Robert Huth, Michael Ballack, Marko Marin, André Schürrle, Antonio Rüdiger.

Die Liste von deutschen Spielern beim FC Chelsea ist überschaubar. Alle haben sie jedoch mindestens einen Titel mit den Blues gewonnen. Das wollen auch Timo Werner und Kai Havertz. Die Bundesliga-Importe sind die Spieler Nummer sechs und sieben mit deutscher Staatsangehörigkeit im Londoner Westen.

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09/09/2020 AM 08:40

Michael Ballack gewann 2010 mit dem FC Chelsea die Premier League

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Doch sie sind nicht die beiden einzigen Hoffnungsträger für die Zukunft der Blues. Mit Hakim Ziyech (Ajax Amsterdam) und Ben Chilwell (Leicester City) hat das Team von Trainer Frank Lampard zwei weitere Stars an Land gezogen.

Zusammen mit den Transfers von Werner (RB Leipzig) und Havertz (Bayer 04 Leverkusen) investierten die Londoner über 220 Millionen Euro in ihre Neuzugänge. Eine stattliche Summe gerade in Corona-Zeiten.

Doch Chelsea meint es offenbar ernst. Nachdem der Champions-League-Sieger von 2012 in den vergangenen Jahren national vor allem mit Manchester City und dem FC Liverpool nicht mehr Schritt halten konnte, folgt nun der Großangriff. Chelsea will wieder um die großen Titel mitspielen. Auf der Insel und in Europa.

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FC Chelsea: Kai Havertz und Timo Werner sollen neue Ära prägen

"Für mich ist ein Traum wahr geworden, weil Chelsea ein großer Klub ist. Ich will Teil einer neuen Ära sein", hatte Werner bei seiner Vorstellung an der Stamford Bridge klar gemacht und einen langfristigen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Auch Havertz, Ziyech und Chilwell haben sich für die kommenden fünf Jahre an Chelsea gebunden.

Alle neuen Spieler sollen zentrale Rollen im System von Trainer Lampard einnehmen. Während Werner für die Tore sorgen soll, ist Ziyechs Aufgabe vor allem gegen tief stehende Gegner die Lücken zu finden. Lampard sieht den marokkanischen Rechtsaußen als einen Spieler, der "die Türe öffnen kann".

Hakim Ziyech of Chelsea FC

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Als zentralen Akteur hat der Coach allerdings Rekordtransfer Havertz vorgesehen. Der englische Fußball-Experte Raphael Honigstein von "The Athletic" sieht den 21-Jährigen als ideale Verstärkung: "Die Optionen, die er bietet, vor allem angesichts der immens vielen Spiele, die Chelsea in dieser Saison haben wird, sind die wichtigsten Gründe, warum er geholt wurde."

Neben seiner Flexibilität glaubt Honigstein, dass Havertz aufgrund seiner Technik, Robustheit sowie Kopfballstärke der Schlüsselspieler für Lampard sein wird: "Es mag sein, dass er in einer Position so gut wird, dass sich die Mannschaft auf ihn einstellen muss und nicht umgekehrt. Er wird mit Sicherheit gute Leistungen bringen. Für jeden Trainer ist er ein Traumspieler."

FC Chelsea: Auch in die Defensive wird kräftig investiert

Bei aller Offensivpower, die Lampard und Klubboss Roman Abramowitsch in diesem Transfersommer nach London brachten, wurde aber auch die Defensive nicht außer Acht gelassen. Neben Chilwell, einem der begehrtesten Linksverteidiger der Welt, sicherte sich die Blues die Dienste des ablösefreien Innenverteidigers Thiago Silva (PSG).

Lampard zeigte sich besonders von Chilwells "Körperlichkeit und die Qualität seines linken Fußes" begeistert. Von Silva erhoffe er sich, "dass er seine Erfahrung und seine Führungsqualitäten mitbringt. Das wird sehr wichtig für uns werden."

Läuft ab sofort für den FC Chelsea auf: Ben Chilwell

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54 Gegentore hat der FC Chelsea in der abgelaufenen Premier-League-Saison kassiert, genauso viele wie der Tabellenfünfzehnte Brighton and Hove Albion. Die Seagulls sind der erste Gegner am kommenden Montag (14. September, 21:15 Uhr) zum Start der neuen Premier-League-Spielzeit.

Mit Chilwell und Silva verspricht sich Lampard mehr Stabilität in die zuletzt löchrige Verteidigung zu bekommen. Dazu wird noch ein neuer Torwart gesucht. Kepa Arrizabalaga konnte seit seiner Ankunft 2018 weder Lampard noch Vorgänger Maurizio Sarri überzeugen.

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FC Chelsea: Torhüterposition als letzte offene Baustelle

Immer wieder verbannten die Trainer den Spanier auf die Ersatzbank und schenkten stattdessen Oldie Willy Caballero, der mittlerweile kurz vor seinem 39. Geburtstag steht, das Vertrauen. So stand der Argentinier auch beim Champions-League-Aus im Achtelfinale gegen den FC Bayern München in Hin- und Rückspiel im Tor. Kepa hielt in der Liga in 33 Partien nur achtmal seinen Kasten sauber.

Nach vielen Gerüchten um einen Transfer von Atléticos Jan Oblak oder Burnleys Nick Pope stehen die Blues offenbar jetzt vor einer Verpflichtung von Édouard Mendy. Der senegalesische Nationalkeeper steht bei Stade Rennes unter Vertrag, der Verein soll laut "The Athletic" ein erstes Angebot von 14 Millionen Euro zunächst abgelehnt haben. Ein zweites soll in Kürze folgen.

Er soll Chelseas neue Nummer eins werden: Édouard Mendy von Stade Rennes

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Sollte die Torwartfrage dann geklärt sein, sind alle offenen Baustellen von Chelsea beseitigt. Das Potenzial im Team ist riesig. Mit Mason Mount, Tammy Abraham, Reece James und Callum Hudson-Odoi steht gleich eine Reihe von jungen, aufstrebenden und aufregenden englischen Talenten in den eigenen Reihen. Alle sind unter 22 und bereits Nationalspieler.

Dazu kommen mit dem französischen Weltmeister N’Golo Kanté, Spielmacher Jorginho sowie dem pfeilschnellen Ex-Dortmunder Christian Pulisic international gestandene Akteure. Der Kader ist für Liga und Champions League qualitativ und quantitativ hochwertig besetzt.

FC Chelsea: Frank Lampard der Baumeister einer neuen Ära

Der Baumeister für eine neue Ära an der Stamford Bridge ist aber Trainer Frank Lampard. Zwischen 2001 und 2014 lief der heute 42-Jährige in 429 Pflichtspielen (147 Tore und 97 Vorlagen) für die Blues auf und verkörpert den Klub wie kein Zweiter.

"Natürlich spielte er eine große Rolle bei meiner Entscheidung für Chelsea, weil ich ihn als Spieler geliebt und oft gesehen habe. Ich denke, ich kann von ihm viel lernen, nun, wo er Trainer ist", sagte Havertz bei seiner Vorstellung und auch Werner betonte: "Er (Lampard, Anm. d. Red.) war der Hauptgrund für meinen Wechsel."

Einen Vereinstitel haben weder Havertz noch Werner bislang gewonnen. Das wollen die beiden Nationalspieler ändern und in die Fußstapfen ihrer deutschen Vorgänger beim FC Chelsea treten.

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