Manchester City in der Krise: Droht dem Milliarden-Klub in der nächsten Saison ein FC Bayern oder FC Chelsea 2.0?
VonLukas Fegers
Update 04/02/2025 um 10:18 GMT+1 Uhr
Mit 1:5 kam Manchester City beim FC Arsenal unter die Räder - wieder einmal in der für die Skyblues so enttäuschenden Spielzeit. Erneut brach die Auswahl von Teammanager Pep Guardiola auf fast unerklärliche Weise ein. In einer historisch schwachen Saison gilt es für die milliardenschwere Star-Truppe nun, sich in den vorentscheidenden Pflichtspielwochen aufzuraffen. Sonst könnte ein Fiasko drohen.
Guardiola nach Debakel sauer: "An die Absprachen halten"
Quelle: Perform
Als Franz Beckenbauer mit dem FC Bayern im Jahr 1996 auf internationaler Bühne triumphierte, war dem "Kaiser" nicht wirklich zum Feiern zumute. Im Finale des UEFA-Cups hatten sich die Münchner unter Beckenbauers Leitung gegen Girondins Bordeaux nach Hin- und Rückspiel durchgesetzt, doch für die deutsche Fußball-Legende blieb der Wettbewerb der "Pokal der Verlierer".
Beim FC Chelsea könnte es in diesem Jahr ähnlich sein. Mit sechs Siegen aus sechs Vorrundenspielen und einer Tordifferenz von 21 pflügen die Londoner bislang durch die Conference League. Dass der Premier-League-Klub am Saisonende den Pokal in die Höhe streckt, darauf wetten viele Fans. Ob sich die Klubverantwortlichen darüber aber "wirklich" freuen würden, scheint fraglich, ist die Conference League auf europäischer Ebene schließlich nur drittklassig.
Seien es Mitte der 1990er die Bayern oder aktuell der FC Chelsea, das Selbstverständnis der Spitzenvereine ist klar: Nichts geht über die Champions League.
So ist es auch bei Manchester City. Der englische Meister, der Champions-League-Sieger von 2023 muss in die Königsklasse. Doch angesichts der mehrmals miserablen Auftritte in dieser Saison könnte die Skyblues ein Worst-Case-Szenario erwarten: ein FC Bayern oder FC Chelsea 2.0.
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Manuel Akanji und Erling Haaland können es nicht fassen.
Fotocredit: Getty Images
Arsenal-Klatsche als neuer Tiefpunkt
Mit vier Siegen aus vier Premier-League-Partien waren die Citizens zunächst souverän in die Saison gestartet, vom zweiten bis zum fünften und nach dem neunten Spieltag grüßte der Titelverteidiger wie gewohnt von Platz eins. Doch dann kam die Guardiola-Auswahl mehr und mehr ins Straucheln - und fand sich plötzlich in einer Abwärtsspirale wieder, die auch im neuen Jahr ihren Schwung nicht verloren hat.
Fünf Pflichtspielniederlagen in Serie, nur ein Sieg aus 13 Spielen: Von Ende Oktober bis Ende Dezember präsentierte sich Man City historisch schlecht. Zwar schien es seit dem "Boxing Day" an Weihnachten wieder bergauf zu gehen, doch dann sorgte das 2:4-Debakel in der Champions League bei PSG für Kopfzerbrechen - und wurde am vergangenen Sonntag sogar noch getoppt.
Mit 1:5 (0:1) ging Manchester im Emirates Stadion unter, trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs verloren die Skyblues beim FC Arsenal im Verlauf der zweiten Halbzeit völlig den Faden. "Wütend" und "verletzt" sei er, sagte City-Verteidiger John Stones nach dem nächsten Tiefpunkt bei "Sky Sports". Es in Worte zu fassen, sei schwer: "Ich denke, wir alle vertragen Niederlagen nicht gut."
Ein Nackenschlag nach dem anderen
Das Problem für Stones und alle City-Sympathisanten: Solche Niederlagen, solche Einbrüche sind in dieser so enttäuschenden Spielzeit fast schon zur Gewohnheit geworden.
Schon mehrfach hagelte es üble Klatschen wie in der Königsklasse bei Sporting Lissabon (1:4) oder der Premier League gegen Tottenham Hotspur (0:4). Schon mehrfach brach das milliardenschwere Star-Ensemble komplett ein, wie gegen Feyenoord Rotterdam (3:3) und beim FC Brentford (2:2) oder bei Paris St. Germain, als komfortable Führungen verspielt wurden.
"Das ist schon die ganze Saison so", sagte Guardiola nach der Arsenal-Abreibung bei "BBC Sport": "Wir verschenken zu viele Dinge. Wir wissen, dass das nicht passieren darf. Es ist passiert."
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Pep Guardiola steckt mit Man City weiter in der Krise.
Fotocredit: Getty Images
Man City muss um Champions League bangen
Die bittere Konsequenz für die erfolgsverwöhnten Citizens zeigt ein Blick auf die Tabelle der Premier League. Dort rangiert der Topklub nach dem 24. Spieltagen mit 41 Punkten nur auf Platz vier. Die Gewohnheit, um den englischen Meistertitel mitzuspielen, musste Manchester bei 15 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Liverpool längst begraben. Nun gilt es, die Champions-League-Teilnahme als Minimalziel zu schaffen. Doch selbst das ist alles andere als sicher.
Sollte der FC Chelsea am Montagabend gegen West Ham United gewinnen, würden die Londoner an Man City vorbeiziehen. Zudem spüren die Skyblues den Atem des punkt- und differenzgleichen Newcastle United im Nacken, ebenso des AFC Bournemouth.
Dass nicht nur das drittplatzierte Nottingham Forest, sondern auch Bournemouth als zweiter Underdog in den City-Gefilden mitmischt, ist eine riesige Überraschung für Fans und Funktionäre. Und ein Tiefschlag für Manchester.
Guardiola appelliert an die Mannschaft
Die 1:5-Klatsche bei den Gunners sorgt bei den Citizens um Abwehrspieler Stones und Teammanager Guardiola also mal wieder für ordentlich Frust. Trotz eines über weite Strecken ansehnlichen Auftritts.
"Wir haben 65 Minuten lang phasenweise tollen Fußball gespielt", sagte Stones, doch "wie wir in den letzten 30 Minuten gespielt haben, war nicht akzeptabel. Persönlich und kollektiv, das sind nicht wir."
Wie Stones bedauerte auch Guardiola "nur die letzten 25 Minuten. Wir haben vergessen, das zu tun, was wir tun sollten, was wir 65, 70 Minuten lang getan haben."
Seine Mannschaft sei in der Schlussphase "abgestürzt", kritisierte Guardiola. "Ich werde mit den Spielern reden, hoffentlich passiert das nicht wieder. Man muss immer seriös bleiben" und dürfe "die Kontrolle nicht verlieren".
Auf den Spuren von Chelsea und Bayern?
Doch welche Schlüsse zieht Manchester aus dem nächsten desaströsen Totaleinbruch, welches Fazit zieht der Teammanager? "Ich kann meine Spieler nicht verteidigen, und mich zuallererst natürlich auch nicht", sagte Guardiola selbstkritisch und kündigte an: "Hoffentlich können wir daraus für die Zukunft lernen. Es ist eine Lektion für mich."
Für die Zukunft lernen, heißt jedoch nicht lang-, sondern insbesondere auch kurzfristig. Denn wollen die Citizens diese Saison noch einigermaßen retten, müssen sie in der kommenden Woche im Playoff-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid liefern - ebenso wie vier Tage später in der englischen Liga gegen Verfolger Newcastle.
Noch sind mit Blick auf die Premier League 14 Matches zu bestreiten, noch hat Man City genügend Zeit, um sich zurück in Form zu schießen. Andererseits bleibt aber auch noch genügend Zeit, um selbst die Champions-League-Ränge für die kommende Saison zu vergeigen. Was bliebe, wäre ein FC Bayern oder FC Chelsea 2.0 - in der zweitklassigen Europa oder drittklassigen Conference League.
Wenn überhaupt.
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Quelle: Perform
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