Tadej Pogacar triumphiert in Flandern und nimmt die Hölle des Nordens ins Visier - noch drei Schritte bis zur Ewigkeit

Tadej Pogacar hat bei der Flandern-Rundfahrt den Titel verteidigt, auch das zweite von fünf Monumenten gewonnen und seine makellose Saison-Bilanz ausgebaut. Der Slowene scheint in dieser Form nicht zu schlagen, selbst Mathieu van der Poel und Remco Evenepoel stehen letztlich auf verlorenem Posten. Nun nimmt Pogacar in Frankreichs Norden die dritte Hürde in Angriff - vielleicht ist es die höchste.

Highlights: Ausscheidungsfahren der Superstars in Flandern

Quelle: Eurosport

"Es gibt im Peloton viele herausragende Radfahrer, aber nur einen König", schrieb die renommierte slowenische Zeitung "Delo" nach der Flandern-Rundfahrt und lieferte gleich den Namen mit: "Das ist Pogi."
Dieser Feststellung widerspricht seit Jahren niemand mehr, der sich mit dem Radsport beschäftigt. Doch der König hat noch nicht alle Gebiete erobert. Vier der fünf Monumente hat der 27-Jährige bislang gewonnen - einzig der Erfolg bei Paris - Roubaix (12. April ab 10:30 Uhr live bei Eurosport und im Stream bei HBO Max) fehlt bislang.
Geht es nach Pogacar und dem UAE Team Emirates-XRG, besteht diese Lücke noch genau eine Woche lang. Dann nämlich steht im Norden Frankreichs das berühmte Rennen über die Kopfsteinpflaster an - oder wie es die Zeitung "Delo" ausdrückte: die "Mission Roubaix".
Neben Mailand - Sanremo, wo er im März erstmals triumphierte, gilt "La Reine des Classiques", die Königin der Klassiker, als schwerste Herausforderung für König Pogacar. Der Grund liegt auf der Hand: Es fehlen die knackigen Anstiege, die der Slowene sonst so meisterhaft zu nutzen weiß, um seine Rivalen abzuschütteln, zu demoralisieren.

Pogacar knackt van der Poel am Oude Kwaremont

Das gelang in Flandern ebenso, wenngleich Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) und Debütant Remco Evenepoel (Red Bull-Bora-hansgrohe) erbittert Gegenwehr leisteten.
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Tadej Pogacar ist das Maß der Dinge im Radsport

Fotocredit: Getty Images

Nun also Paris - Roubaix. Das sei "der sehr schwere Teil", stapelte Pogacar tief. "Ich werde es versuchen, aber es wird sehr schwierig."

Pogacar zahlt Lehrgeld bei Paris - Roubaix

Ein wenig Understatement mag dabei sein, allerdings ist es eben kein Zufall, dass dem Ausnahmefahrer ein Sieg auf den berühmten Pavé-Sektoren noch nicht gelingen wollte.
Vor einem Jahr war er bei seinem Debüt nah dran, bis ihm ein Sturz 38 Kilometer vor dem Ziel einen Strich durch die Rechnung machte. Die "Hölle des Nordens" zeigte dem Superstar ihr hässliches Gesicht.
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Highlights: Duelle der Stars bei den Frühjahrs-Klassikern 2025

Quelle: Eurosport

Mathieu van der Poel war infolgedessen nicht mehr zu stoppen, holte sich die dritte Roubaix-Krone in Serie. Er wolle versuchen, in diesem Jahr die Königin der Klassiker "zu genießen", teilte Pogacar mit, aber: "Selbst wenn du den besten Tag und die besten Beine hast, muss alles passen."

Drei Rennen, drei Siege: Pogacar lässt nicht locker

In dieser Saison aber ist genau das der Fall beim begnadeten Allrounder aus Ljubljana. Dreimal trat Pogacar an, dreimal gewann er. Erst die Strade Bianche, dann Mailand - Sanremo, nun die Ronde van Vlaanderen. Es war nicht so, dass er den Rivalen dabei permanent um die Ohren fuhr, vor allem in Sanremo nicht. Nach einem Sturz in der Schlussphase musste er bis zur Ziellinie beißen, um Tom Pidcock knapp auf Platz zwei zu verweisen.
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Pogacar nach Sieg in Flandern: "Es war super schwer"

Quelle: Eurosport

Nichtsdestotrotz führte die Verfassung des Dominators dazu, dass Pogacar nun der ultimative Schlag zugetraut wird: der Gewinn aller fünf Monumente in einer Saison.
Es wäre ein historischer Erfolg. Bislang gelang es nur drei Fahrern, die fünf Rennen für sich zu entscheiden - allerdings nicht innerhalb eines Jahres: den Belgiern Eddy Merckx (19 Monument-Siege zwischen 1966 und 1976), Roger De Vlaeminck (11/1970-1979) und Rik Van Looy (8/1958-1965).

Fünf Monument in einer Saison? Pogacar bleibt vorsichtig

Und Pogacar? Lässt sich nicht unter Druck setzen. "Weder nach Sanremo noch heute denke ich, dass ich dieses Jahr alle fünf gewinnen könnte", betonte der 27-Jährige nach dem Flandern-Sieg in Oudenaarde. "Ich fahre gerade nicht wirklich viele Rennen, deswegen ist der Druck da, zu gewinnen, wenn ich fahre. Bis jetzt lief alles gut für mich, ich kann mehr als zufrieden sein."
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Zum dritten Mal: Pogacar jubelt bei Flandern-Rundfahrt

Quelle: Eurosport

Eine Zufriedenheit, die exponentiell steigen dürfte, wenn es mit dem Sieg bei Paris - Roubaix klappt. Dafür darf Pogacar allerdings nicht denselben Fehler wie in der Vorsaison begehen, als er rund 45 km vor dem Ziel im Duell mit van der Poel die Verhältnisse falsch einschätze und stürzte.
"Ich kam aufgrund des Rückenwinds mit extrem hoher Geschwindigkeit in die Kurve. Ich habe attackiert, bin Risiko gegangen - und war einfach zu schnell", resümierte der Slowene damals. Man darf davon ausgehen, dass er die richtigen Lehren gezogen hat.

Pogacar - die historische Reise wird beschwerlich

Läuft dieses Mal alles nach Plan, dann holt sich Pogacar am kommenden Wochenende das dritte Monument des Jahres. Blieben noch Lüttich-Bastogne-Lüttich und die Lombardei-Rundfahrt.
Von der Papierform her führt kein Weg am Weltmeister vorbei. In Lüttich siegte Pogacar in den vergangenen beiden Jahren, das "Rennen der fallenden Blätter" entschied er seit 2021 sogar fünfmal in Folge für sich.
Die Reise zum historischen Monument-Quintuple ist trotzdem noch verdammt lang und beschwerlich - aber wenn sie einer bewältigen kann, dann der König.

Die Fahrer mit den meisten Siegen bei Radsport-Monumenten:

#NAMELANDSRFLPRLBLOGES
1.E. MerckxBEL7235219
2.T. Pogacar*SLO1303512
3.R. De VlaeminckBEL3141211
4.C. GirardengoITA600039
4.F. CoppiITA301059
4.S. KellyIRL202239
7.R. Van LooyBEL123118
7.M. van der Poel*NED233008
*noch aktive Fahrer
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Finale Attacke: Pogacar hängt van der Poel an Kwaremont und Paterberg ab

Quelle: Eurosport


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