Paris - Roubaix 2026: Mathieu van der Poel exklusiv über Duell mit Rivale Tadej Pogacar: "Schwieriger, mich abzuhängen"

Mathieu van der Poel steht vor Paris - Roubaix 2026 vor einem historischen Coup: Mit einem vierten Sieg in Folge könnte der Niederländer zusammen mit Roger De Vlaemick und Tom Boonen zum Rekordsieger aufsteigen. Im exklusiven Interview mit Eurosport spricht der Titelverteidiger über seine Form, das erneute Duell mit Dominator Tadej Pogacar und die besondere Faszination der "Hölle des Nordens".

Van der Poel mit Roubaix-Hattrick: Seine drei Siege im Rückblick

Quelle: Eurosport

Wenn am Sonntag die Profis in die "Hölle des Nordens" eintauchen, richtet sich der Blick einmal mehr auf Mathieu van der Poel.
Der Niederländer steht bei Paris - Roubaix (ab 11:00 Uhr im Liveticker) vor der Chance, Radsportgeschichte zu schreiben: Mit einem vierten Sieg in Folge könnte er mit den Rekordsiegern Roger De Vlaemick (1972, 1974, 1975, 1977) und Tom Boonen (2005, 2008, 2009, 2012) gleichziehen und somit seinen Status als König des Kopfsteinpflasters weiter zementieren.
Nach seinem kräftezehrenden Auftritt bei der Flandern-Rundfahrt am vergangenen Wochenende blickt der Titelverteidiger jedoch mit Respekt auf die nächste Monument-Herausforderung. Das traditionsreiche Rennen von Compiègne ins Velodrom von Roubaix gilt als eines der härtesten und unberechenbarsten des Kalenders - geprägt von Staub, Defekten, Stürzen und brutalem Kopfsteinpflaster.
Besonders im Fokus steht dabei erneut das mit Spannung erwartete Duell mit Tadej Pogacar. Schon bei der Flandern-Rundfahrt lieferten sich beide Ausnahmefahrer einen packenden Schlagabtausch, und auch am Sonntag erwarten viele Fans den nächsten Zweikampf zweier Generationstalente, welche die Frühjahrsklassiker seit Jahren prägen.
Im exklusiven Interview mit Eurosport spricht van der Poel über seine Form, den Respekt vor Pogacar, die besondere Dynamik mit Teamkollege Jasper Philipsen - und darüber, warum Paris-Roubaix für ihn ein Rennen ist, in dem neben Stärke auch Glück und Übersicht entscheidend sind.
Wie fühlen Sie sich jetzt, nach dem vergangenen Sonntag bei der Flandern-Rundfahrt?
Mathieu van der Poel: Es war natürlich ein sehr hartes Rennen, das habe ich schon gespürt. Ich hatte danach zwei Tage frei, aber bis Sonntag werde ich wieder erholt sein.
Sie haben an diesem Sonntag die Chance, Geschichte zu schreiben - Ihr vierter Sieg in Folge, gleichauf mit unter anderem Tom Boonen. Wie sehr motiviert Sie das?
Van der Poel: Während des Rennens denkt man darüber natürlich nicht nach. Aber ja, ich bin motiviert, das Rennen erneut zu gewinnen. In so einem Rennen braucht man auch ein bisschen Glück. Vielleicht beschäftigt man sich erst danach etwas mehr damit.
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Rivalen Mathieu van der Poel (l.) und Tadej Pogacar (re.)

Fotocredit: Getty Images

Einer Ihrer Hauptkonkurrenten wird Tadej Pogacar sein, gegen den Sie schon am vergangenen Sonntag bei der Flandern-Rundfahrt gefahren sind. Auch er will hier Geschichte schreiben. Wie können Sie ihn stoppen?
Van der Poel: Indem ich ihn besiege. Aber das ist natürlich nicht so einfach. Es ist offensichtlich, dass er auf einem extrem hohen Niveau ist und momentan einen sehr guten Flow hat - das ist für einen Fahrer wichtig. Es wird also schwierig, ihn zu schlagen, aber wir werden es versuchen. Und ich denke, es ist ein Rennen, das immer von vielen Fahrern gewonnen werden kann - es geht nicht nur um uns beide.
Pogacar ist ein unglaublicher Gegner, der auf jedem Terrain stark ist. Hoffentlich gelingt es mir, ihn am Sonntag vom Sieg abzuhalten.
Ist es für Sie etwas Besonderes, im direkten Duell gegen ihn zu fahren?
Van der Poel: Ja, natürlich. Ich habe großen Respekt vor ihm und mag ihn auch als Konkurrenten. Für mich ist es immer etwas Besonderes, gemeinsam mit ihm an der Spitze eines Rennens zu fahren.
Wir haben am vergangenen Sonntag dieses Duell gesehen, und auch dieses Jahr erwarten viele wieder einen Zweikampf zwischen Ihnen. Schon im letzten Jahr bei Paris - Roubaix war es ähnlich. Schreiben Sie gerade eine Rivalität für eine neue Generation?
Van der Poel: Ja, das ist schon schön. Aber wie gesagt: Während des Rennens denkt man nicht darüber nach. Man versucht einfach zu gewinnen. Er ist ein unglaublicher Gegner, der auf jedem Terrain stark ist. Hoffentlich gelingt es mir, ihn am Sonntag vom Sieg abzuhalten.
Bei der Flandern-Rundfahrt hat man auch gesehen, dass ihr gut miteinander auskommt, fast freundschaftlich. Gilt das auch in so einem Rennen?
Van der Poel: Wir respektieren uns gegenseitig und geben beide immer 100 Prozent. Ich finde das schön. Ich bin so aufgewachsen, Rennen auf diese Weise zu fahren, und ich glaube, er ist da ähnlich gestrickt. Wir genießen einfach, was wir tun. Im Rennen ist es hart, aber danach sind wir gute Freunde.
Paris - Roubaix scheint Ihnen noch mehr zu liegen als die Flandern-Rundfahrt oder Mailand - Sanremo, oder?
Van der Poel: Ich denke, die Flandern-Rundfahrt liegt mir auch sehr gut. Aber wir haben es mit einem Ausnahmetalent zu tun - er hat mir dort schon mehrmals das Leben schwer gemacht. Ich kann also nicht sagen, dass mir das Rennen nicht liegt. Aber in Roubaix ist es etwas schwieriger, mich abzuhängen - oder generell Fahrer abzuhängen -, weil es keine echten Anstiege gibt.
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Quelle: Eurosport

Die Hölle des Nordens - ein Rennen voller Risiko und Chaos. Und doch schaffen Sie es immer wieder, diese Gefahren zu kontrollieren. Wie gelingt Ihnen das?
Van der Poel: Natürlich braucht man ein bisschen Glück, aber man muss sich sein Glück auch erarbeiten. Ein Reifendefekt kann immer passieren, aber man muss sehr sorgfältig mit dem Material umgehen und die richtigen Linien wählen. Ich denke, das ist mir in der Vergangenheit ganz gut gelungen.
Haben Sie dafür eine Art magische Erfolgsformel?
Van der Poel: Nein, eigentlich nicht. Ich glaube auch nicht, dass es so etwas gibt. Es ist einfach ein sehr hartes Rennen. Wenn man auf dem Kopfsteinpflaster etwas Reserven hat und ein bisschen mehr Überblick, dann ist es leichter, Probleme zu vermeiden.
Vergessen wir nicht Ihren Teamkollegen Jasper Philipsen. Welche Rolle spielt er für Sie?
Van der Poel: Ich hoffe, dass er wieder so fahren kann wie im letzten Jahr. Für mich ist es natürlich ideal, ihn dabei zu haben - er kann das Rennen selbst gewinnen und ist sehr schnell im Sprint. Es ist immer gut, so einen Fahrer im Team zu haben und einfacher, wenn man zu zweit ist.
Ich hoffe, dass wir dieses Problem am Sonntag überhaupt haben - das würde bedeuten, dass wir ein sehr gutes Rennen gefahren sind.
Angenommen, Sie beide - Philipsen und Sie - kommen gemeinsam mit Pogacar ins Velodrom. Würden Sie dann für ihn fahren?
Van der Poel: Das hängt davon ab, wie er sich fühlt. Wir haben in solchen Situationen schon gut kommuniziert, auch letzte Woche. Da haben wir es auch für ihn gemacht. Wir sind da sehr ehrlich zueinander.
Und andersherum: Wenn Sie beide allein vorne seid - wer gewinnt dann?
Van der Poel: Das ist eine schwierige Frage. Ich hoffe, dass wir dieses Problem am Sonntag überhaupt haben - das würde bedeuten, dass wir ein sehr gutes Rennen gefahren sind. Aber wir sprechen eigentlich nie über solche Szenarien. Es ist nicht wirklich etwas, womit man rechnet. Natürlich wäre es schön, aber die Wahrscheinlichkeit ist eher gering.
Haben Sie ein paar Geheimfavoriten im Blick? Wir kennen die großen Namen wie Pogacar, Pedersen oder Van Aert - aber wen sollte man noch beachten?
Van der Poel: Zum Beispiel Fahrer wie Alec Segeart - sie sind in sehr guter Form. Auch andere Fahrer wie Arnaud De Lie haben zuletzt beeindruckende Rennen gezeigt. In einem Rennen wie Roubaix gibt es immer Fahrer, die einen außergewöhnlich guten Tag erwischen. Deshalb ist vieles möglich.
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Quelle: Eurosport


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