Garmisch-Partenkirchen: Karl Geiger bei Vierschanzentournee vom Windpech verfolgt - "Es ist echt zum Kotzen"

Karl Geiger hadert wie im Vorjahr bei der Vierschanzentournee mit den Bedingungen. "Dass es gerade wieder bei der Tournee passiert, ist echt zum Kotzen", ärgert er sich. In Garmisch-Partenkirchen landet der 28-Jährige nach Sprüngen auf 130 und 127,5 Meter nur auf Rang sieben und verliert Spitzenreiter Ryoyu Kobayashi aus den Augen. Auch das Gelbe Trikot des Führenden im Gesamtweltcup ist er los.

Karl Geiger verliert das Gelbe Trikot

Fotocredit: Imago

Karl Geiger hatte sich so viel vorgenommen. Als Führender im Gesamtweltcup zur Vierschanzentournee angetreten, muss sich der 28 Jahre alte Oberstdorfer nach Tournee-Halbzeit mit 32,3 Punkten Rückstand auf Ryoyu Kobayashi auseinandersetzen. Eine frustrierende Bestandsaufnahme.
Nach Platz fünf in Oberstdorf, wo Geiger den Rückstand auf Kobayashi noch in Grenzen hielt (6,1 Punkte), setzte es beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen mit Platz sieben eine deutlich herbere Schlappe.
Ein bisschen Pech hatte Geiger ja schon zum Auftakt, als er nach den weiten Sätzen von Lovro Kos (139,5 m) und Ryoyu Kobayashi (141,0 m) von zwei Luken tiefer als die Top drei von Oberstdorf springen musste, dann aber Rückenwind hatte.
In Garmisch-Partenkirchen hatte Geiger dann sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang die schlechtesten Windbedingungen aller 50 bzw. 30 Springer. Widrige Bedingungen, denen der 28-Jährige nicht trotzen konnte.
picture

Bittere Pille für Geiger: Zweimal Windpech und Riesenrückstand

Quelle: Eurosport

Karl Geiger total angefressen

Entsprechend "stinksauer" war Geiger nach dem Neujahrsspringen. "Dass es gerade wieder bei der Tournee passiert, ist echt zum Kotzen", sagte er frustriert. "Ich bin einfach angefressen", fuhr Geiger fort, suchte die Schuld aber auch bei sich selbst: "Die Sprünge waren nicht so schlecht, aber für die Bedingungen, die ich hatte, hätten sie besser sein müssen."
Bundestrainer Stefan Horngacher sah es ähnlich: "Der Karl hat ein bisschen Pech gehabt mit den Bedingungen, aber die Sprünge waren nicht so gut wie er das kann." Am Ruhetag vor dem dritten Springen der Tournee in Innsbruck am Dienstag (ab 13:30 Uhr live bei Eurosport) müsse man Geiger "jetzt ein bisschen auskühlen lassen", so Horngacher.
"Er muss mit der Situation selbst zurechtkommen. Dann werden wir mal Gespräche führen, das Video schauen, uns auf den Bergisel vorbereiten und dort wieder ordentlich Skispringen", hofft der Bundestrainer.

Geiger drückt jetzt Eisenbichler die Daumen

Markus Eisenbichler, am Gudiberg nur um 0,2 Punkte von Kobayashi geschlagen, war Geiger in Garmisch-Partenkirchen "angespannt vorgekommen, aber das ist normal", sagte der Zweite des Neujahrsspringens: "Es tut mir leid für ihn. Ich habe ihm alle Daumen gedrückt – aber wir bekommen den Karl schon wieder hin."
In der Tournee-Wertung hat nun Eisenbichler als Vierter mit 21,1 Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter die besseren Chancen auf einen Podestplatz. In Innsbruck hatte der 30-Jährige bei der Nordischen Ski-WM 2019 zwei Weltmeistertitel errungen.
picture

Mit Traumflug aufs Podest: Eisenbichler kratzt am Schanzenrekord

Quelle: Eurosport

In der Vergangenheit war der Bergisel aber oft genug auch schon der Schicksalsberg für die DSV-Springer - im negativen Sinne. So verspielte Geiger 2021 mit Platz 16 und 2020 mit Platz acht alle Siegchancen. Eisenbichler machte es in Summe mit Platz sechs und 27 nur geringfügig besser.
Die Hoffnung stirbt jedoch zuletzt. "Wenigstens einer!", meinte Geiger an Neujahr zu Eisenbichlers Spitzenplatz: "Er hat echt einen geilen Wettkampf gemacht. Saucool, dass er da vorne mitmischt. Er ist in der Gesamtwertung gar nicht so weit weg, deswegen hoffe ich, dass er den Kobayashi da vorne noch ein bisschen ärgert und wir uns das Ding vielleicht doch noch holen können."
Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
Das könnte Dich auch interessieren: Garmisch-Debakel: Kraft mit ungewöhnlicher Maßnahme
picture

Zehntel-Entscheidung: Kobayashi hält dem Druck von Eisenbichler stand

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung