Vierschanzentournee: Karl Geiger sieht das Feld vor sich und fährt angriffslustig nach Garmisch-Partenkirchen

Karl Geiger schluckt die erste Enttäuschung nach Platz fünf zum Start der Vierschanzentournee in Oberstdorf schnell runter und fokussiert sich auf den mit 6,1 Punkten nur marginalen Rückstand auf Spitzenreiter Ryoyu Kobayashi. Der erste Druck ist raus, nun muss der 28-Jährige an kleinen Baustellen schrauben."Karl ist mehr der Arbeitertyp, der lieber aufholt", weiß Bundestrainer Stefan Horngacher.

Karl Geiger in Oberstdorf 2021

Fotocredit: Getty Images

Karl Geiger stand im erbarmungslos hinabprasselnden Dauerregen, während der Siegerehrung für seinen großen Rivalen Ryoyu Kobayashi suchte der leise enttäuschte Überflieger Trost bei Ehefrau Franziska und seiner Schwester Lucia.
"Es war ein schwerer Tag, der Druck war schon sehr hoch", sagte Geiger nach seinem fünften Platz beim Auftakt der Vierschanzentournee in seiner Oberstdorfer Heimat. Seine Kampfeslust fand der Skiflug-Weltmeister aber schnell wieder - den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald vor 20 Jahren hat Geiger längst nicht abgeschrieben.
"Ich gehe mit einem müden, aber einem guten Gefühl", sagte der 28 Jahre alte Weltcup-Spitzenreiter, der im Vorjahr noch am Schattenberg triumphiert und an Kobayashis Stelle gestanden hatte: "Im ersten Moment war ich enttäuscht. Aber es ist alles im grünen Bereich. Nach Oberstdorf muss man erstmal dabei sein - und das ist mir gelungen."
Bei schwierigen Bedingungen vor wegen der Corona-Pandemie erneut leeren Ränge in der 27.000-Zuschauer-Arena flog Geiger zwar am ersehnten Podest vorbei, der Rückstand auf den japanischen Topfavoriten Kobayashi beträgt aber umgerechnet nur rund dreieinhalb Meter.
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"Das gibt Auftrieb!" DSV-Adler in Oberstdorf geschlossen stark

Quelle: Eurosport

Horngacher hofft auf Geigers Aufholkünste

"Auch wenn die Sprünge besser hätten sein können - es war ein guter Tag", sagte Geiger. Und Bundestrainer Stefan Horngacher befand: "Das war das erste von vier Springen, es ist noch alles drin. Karl ist mehr der Arbeitertyp, der lieber aufholt."
Kobayashi, Tourneesieger von 2018/19, stürmte mit einem Traumflug auf 141,0 m im zweiten Durchgang von Rang fünf zu seinem 23. Weltcupsieg, er setzte sich mit 302,0 Punkten vor den Norwegern Halvor Egner Granerud (299,2) und Robert Johansson (298,6) durch.
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"Unglaublich": Kobayashi fliegt mit Traumsprung zum Sieg

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Geiger sprang 131,5 und 131,0 m (295,9 Punkte). "Die Ausgangsposition ist immer noch gut", sagte Geiger.
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"Reicht nicht": Geiger fliegt in Oberstdorf knapp am Podest vorbei

Quelle: Eurosport

Geiger "entspannt nach Garmisch"

Der Druck war dem sonst so coolen Skiflug-Weltmeister aber auch anzumerken: "Er ist nicht so eine feine Klinge wie sonst gesprungen", sagte Horngacher, der aber glaubt: "Karl ist die ganz große Spannung herausgesprungen und kann jetzt entspannt nach Garmisch fahren."
Dort steht am Freitag die Qualifikation und am Samstag das zweite Springen an (jeweils 14:00 Uhr live bei Eurosport).
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Geiger für Schmitt voll im Rennen: "Vielleicht gar nicht so schlecht, dass …"

Quelle: Eurosport

Neben der Nummer eins Geiger schafften in Oberstdorf nur drei weitere DSV-Adler den Sprung in den zweiten Durchgang - sieben deutsche Springer waren am Dienstag zur Qualifikation angetreten.

Eisenbichler schon zurück - Freund disqualifiziert

Der sechsmalige Weltmeister Markus Eisenbichler sprang im Wettkampf mit einem starken zweiten Durchgang noch auf Platz sieben, liegt aber bereits mehr als 20 Punkte hinter Kobayashi zurück. "Der zweite Sprung stimmt mich positiv, es geht in die richtige Richtung", sagte Eisenbichler.
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"Granate vom Eisei!" Eisenbichler startet Aufholjagd - Leyhe glänzt

Quelle: Eurosport

Stephan Leyhe wurde starker Neunter, Pius Paschke kam auf Platz 26. Ein ganz bitteres Comeback im Weltcup erlebte Team-Weltmeister Severin Freund.
Der Routinier, der sich über den Continental Cup sein Tournee-Ticket erkämpft hatte, zeigte im ersten Durchgang zwar starke 124,5 m und lag auf Platz neun, wurde aber wegen eines irregulären Anzugs disqualifiziert.

Schmid ganz knapp ausgeschieden

"Es ist sehr schade, denn der Sprung war wirklich etwas wert", sagte der 33-Jährige, der 2015 am Schattenberg triumphiert hatte.
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Freund bedient, Schmitt erklärt: So kam's zur Disqualifikation

Quelle: Eurosport

Auch für einen anderen prominenten Springer platzten alle Hoffnungen auf eine vordere Tournee-Platzierung: Titelverteidiger Kamil Stoch aus Polen schied im ersten Durchgang deutlich aus, der 34-Jährige hat damit bereits keine Chance mehr auf seinen vierten Goldadler.
Neben Freund verpasste auch Constantin Schmid, der sein K.o.-Duell gegen den Japaner Yukiya Sato um 0,2 Punkte verlor, den zweiten Durchgang. Olympiasieger Andreas Wellinger war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.
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Debakel für den Titelverteidiger: Stoch fliegt schon im K.o.-Duell raus

Quelle: Eurosport

Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
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Eisenbichler im Interview: "Gesamtklassement juckt mich gar nicht"

Quelle: Eurosport

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