Olympia - Skispringen: Philipp Raimund exklusiv nach Goldmedaillen-Coup - "Dann knall ich das Ding eben unten rein"
VonJan Zesewitz
Publiziert 10/02/2026 um 00:18 GMT+1 Uhr
Philipp Raimund hat die Sensation geschafft: Ohne einen Weltcup-Sieg im Gepäck reiste er zu den Schanzen der Olympischen Spiele in Predazzo - und landete nach zwei Topsprüngen als Olympiasieger von der Normalschanze. Im exklusiven Interview mit Carolin Ranz und Eurosport-Experte Martin Schmitt ließ er den Wettkampf noch einmal Revue passieren, als er die Führung nervenstark verteidigte.
Raimund im Interview nach Gold-Coup: "Fühlt sich an wie ein Traum"
Quelle: Eurosport
Realisieren könne er die Ereignisse und Emotionen noch nicht, das gab der frischgebackene Goldmedaillengewinner direkt zu: "Es fühlt sich an wie ein Traum", gestand er.
Aber es war real. Nach einem ersten Sprung auf 102 Meter lag er schon zur Halbzeit in Führung. Im zweiten Durchgang sprangen dann alle Konkurrenten vor ihm schon extrem weit. Gregor Deschwanden, Kacper Tomasiak, Ren Nikaido - sie alle legten mit mindestens 106,5 Metern Weiten nahe der Hillsize vor.
Raimund behielt die Nerven und landete bei 106,5 Metern mit einem perfekten Telemark. In beiden Durchgängen erhielt er damit die jeweils beste Punktzahl. "Ich wusste, dass ich einfach meine Sachen so weiter machen muss, dann passt das", sagte "Hille" im Interview.
Es reichte für ganz oben - für die Goldmedaille. Schon 24 Stunden später kann er nachlegen. Im Mixed-Wettbewerb (Dienstag, 18:45 Uhr live auf Eurosport und HBO Max) mausert sich Deutschland dank Raimund zum Medaillenmitfavoriten.
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Highlights: Raimund springt in die Geschichtsbücher
Quelle: Eurosport
Philipp, kannst du irgendetwas, was hier gerade passiert, schon realisieren?
Philipp Raimund: Die Siegerehrung hat mir dabei definitiv ein bisschen geholfen. So ganz glauben kann ich es immer noch nicht. Ich hoffe, dass ich morgen nicht aufwache, die Medaille ist weg und es war alles nur ein Traum. Es fühlt sich an wie ein Traum. Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll.
Du warst schon im Vorfeld wahnsinnig stabil und entspannt, dann führst du auch noch - wie war es oben am Balken? Die Sprünge vorher gingen ja auch sehr weit – dachtest du, dass Bundestrainer Stefan Horngacher vielleicht den Anlauf verkürzen lässt?
Raimund: Ich war vor dem Probedurchgang recht nervös, weil es endlich losging. Es konnte für mich gar nicht schnell genug gehen, ich dachte "lass uns bitte endlich loslegen", ich fand es super stressig. Dann hatte ich in der Probe schon ein gutes Gefühl, vor dem ersten Durchgang war ich dann noch nervöser. Als ich den Durchgang gewonnen hatte, wusste ich, dass ich meine Sachen einfach so weiter machen muss, dann reicht das im zweiten mindestens für eine Medaille. Es hat am Ende für ganz oben gereicht. Ich dachte auf dem Balken kurz, dass sie vielleicht eine Luke nach unten gehen, das wäre auch kein Problem gewesen – ich habe ja gemerkt, dass es weit ging. Ich dachte mir, sie werden entweder runtergehen oder wenn nicht, dann ist es auch egal, dann knalle ich das Ding eben bei 108 Metern runter.
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Der Sprung seines Lebens: Raimund fliegt zu Olympiagold
Quelle: Eurosport
Wie wichtig war es, dass du auch im Training konsequent den Telemark gemacht hast?
Raimund: Das war definitiv wichtig. Stefan (Horngacher) meinte schon im Training zu mir, dass die Judges schon schauen und ich meinte - "gut, denen zeig' ich gleich, dass ich das Ding hier unten reinklemmen kann". Das gab mir auch ein gutes Gefühl, denn ich musste beim zweiten Sprung über die Landung gar nicht nachgedacht, ich wusste genau, dass ich das Ding unten hinstelle, und dann passt das.
Du kamst ohne Weltcupsieg hier an und stehst jetzt als Olympiasieger vor uns. Entschuldige, dass ich das so ausdrücke, aber: Wie viele Eier muss man dafür haben?
Raimund: Mindestens zwei! Nein, Quatsch, ich will hier nicht behaupten, dass die Frauen das nicht können. Ich bin mega stolz, dass ich das geschafft habe. Es ist ein immenser Druck von den Medien, von den Fans, von dem ganzen Drumherum – alleine, dass es Olympia heißt – es ist extrem viel Druck. Meine Freunde, meine Trainer, meine Freundin, alle haben so gut es geht versucht, den Druck von mir zu nehmen. Sie haben mir klargemacht, dass ich die letzten Tage schon gezeigt habe, was ich kann und dadurch wusste ich, dass ich einfach nur so weitermachen muss und dann passt es. Das hat mir extrem viel geholfen.
Vielen Dank, feier schön, aber nicht zu viel – wir brauchen dich beim Mixed-Wettbewerb am Dienstag schon wieder!
Die Winterspiele im Stream auf HBO Max
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Schuster und Eisenbichler analysieren Raimund-Gold: "Dann bist du stark"
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