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Raw Air 2025: DSV-Adler um Wellinger treten nach der "Verarsche" bei der WM mit Zweifeln am Holmenkollen in Oslo an
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Update 13/03/2025 um 08:33 GMT+1 Uhr
Vor dem Start der Raw-Air-Serie in Norwegen sind die Zweifel weiterhin riesig. Der Anzugskandal des norwegischen Teams überschattet nach der WM die Rückkehr in den Weltcup, Misstrauen und Skepsis sind allgegenwärtig. Immerhin: Die FIS suspendierte einen Tag vor dem Springen in Oslo (Donnerstag ab 17:00 Uhr live im TV bei Eurosport) Marius Lindivk und Johann André Forfang sowie drei Teammitglieder.
Norwegens Sportchef redet sich raus: "Ich habe nichts gewusst"
Quelle: Eurosport
"Ich habe eigentlich wenig Lust, einem Norweger auf der Schanze zu begegnen", sagte Andreas Wellinger bei "ServusTV".
Da konnte der DSV-Adler noch nicht wissen, dass er zumindest Marius Lindvik, Johann André Forfang sowie den Teammitgliedern Magnus Brevig (Coach), Thomas Lobben (Assistenztrainer) und Adrian Livelten (Betreuer) am berühmten Holmenkollen aus dem Weg gehen kann. Das Quintett wurde von der FIS vorläufig suspendiert.
Ursprünglich standen Lindvik und Forfang nach ihrer Disqualifikation beim Großschanzen-Wettbewerb der WM im Aufgebot des norwegischen Skiverbands für die Raw-Air-Tournee (12. bis 16. März live im TV bei Eurosport und auf discovery+).
Verwunderlich war das kaum. Während unter anderem Cheftrainer Magnus Brevig vom norwegischen Skiverband umgehend suspendiert wurde, beteuern die Norweger weiterhin, dass die beiden Springer über die Manipulation an ihren Anzügen nicht informiert worden waren.
Schmitt exklusiv: "Kein Trainer würde dieses Risiko eingehen"
Eine Darstellung, die Zweifel hervorruft. "Dass die Trainer ohne Wissen der Athleten am Wettkampftag erstmalig derartige Veränderungen vornehmen, in das sensible System eingreifen, Anzüge verwenden, die nie getestet wurden, ist schwer vorstellbar", erklärte der zweimalige Gesamtweltcupsieger Martin Schmitt exklusiv bei Eurosport.de.
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Schmitt-Analyse zum Anzugskandal: "Hier wird aktiv versucht zu manipulieren"
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"Ein neues, völlig unbekanntes Verfahren für das Team im Wettkampf ausprobieren - kein Trainer dieser Welt würde dieses Risiko eingehen. Vor allem nicht, wenn sein Springer einer der Topfavoriten auf den Sieg ist. Außerdem glaube ich nicht, dass Lindvik und Forfang als Weltklasse-Springer Änderungen im Spannungsverhalten ihres Anzuges nicht bemerken. Die Argumentation ist insgesamt sehr schwach", befand Schmitt.
Wellinger fordert "eine Entscheidung"
Auch im Springer-Lager ist das Misstrauen gegen das norwegische Team groß. "Ich kann mir das nur sehr schwer vorstellen", sagte Wellinger, der bei den Titelkämpfen in Trondheim auf der Normalschanze Silber hinter Lindvik gewonnen hatte. Er wisse "aus der Erfahrung aus den letzten zwölf Jahren, in denen ich jetzt dabei bin: Wenn Änderungen am Anzug stattfinden, dann stehe ich da drinnen und ich merke, dass der anders ist und frage nach, was da geändert wurde." Für ihn sei die Manipulation der Anzüge eine "Verarsche" für alle anderen Springer.
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FIS-Renndirektor Pertile zu Norweger-Eklat: "Kein guter Moment"
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Es müsse jetzt "eine Konsequenz, eine Entscheidung" her, betonte Wellinger. Der Weltcup der Skispringer läuft noch bis Ende März, der Weltverband FIS muss schon für Oslo Schnellmaßnahmen verkünden.
Eine Überlegung: Für jeden Springer wird nur noch ein Anzug zugelassen und dieser zuvor "auf Herz und Nieren" geprüft, wie Andreas Bauer, Chef der FIS-Materialkommission, im Interview mit der "Allgäuer Zeitung" sowie "Stuttgarter Nachrichten/Stuttgarter Zeitung" vorschlug.
Reaktion auf Skandal: FIS plant Regeländerungen
Wie der norwegische Rundfunk "NRK" berichtet, sollen die Anzüge außerhalb der Wettbewerbe in der Obhut der FIS verbleiben und erst rund 30 Minuten vor den ersten Sprüngen an die Athleten ausgehändigt werden. Nachträgliche Änderungen, wie die von den Norwegern unrechtmäßig eingearbeitete Naht zur Stabilisierung, sollen so unmöglich gemacht werden.
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DSV-Boss poltert gegen Norwegen: "Muss vorsichtig sein"
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Darüber hinaus sind weitere Regeländerungen für die kommende Saison wahrscheinlich. Auch eine rückwirkende Aberkennung der norwegischen WM-Medaillen scheint nicht mehr ausgeschlossen, alle von den Gastgebern benutzten Anzüge wurden mittlerweile zur Überprüfung der FIS übergeben. Norwegens Verbandspräsidentin Tove Moe Dyrhaug versicherte, man wolle bei der Aufklärung "vollumfänglich" mit dem Weltverband zusammenarbeiten. Konsequenzen befürchtet er nicht.
Die Zweifel bleiben dennoch. Auch, oder gerade, in Oslo.
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(SID)
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