Novak Djokovic hat in Melbourne nie ein Halbfinale oder Finale verloren. Der 33-Jährige fuhr seinen 18. Major-Titel ein und rückte damit näher an Roger Federer und Rafael Nadal (beide 20) heran.
"Novak ist der Champion von Melbourne", fasste Eurosport-Experte Boris Becker zusammen: "Es ist sein Zuhause."
"Das war mein bestes Match. Ich nehme viel mit aus diesem Turnier", sagte der Sieger bei Eurosport: "Aber ich nehme mir jetzt eine Pause, denn ich brauche sie."
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"Ich wollte dieses Match wirklich länger gestalten, um Euch besser zu unterhalten", sagte dagegen der besiegte Medvedev und lobte seinen Gegenüber:
Gratulation an Novak, neun Titel in Australien sind großartig. Du bist ein großartiger Sportler, eine großartige Person.
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Highlights | Neunter Titel: Djokovic lässt Medvedev keine Chance

Djokovic löst Federer ab

Mit neun Titeln in Melbourne baute Djokovic seine Führung in der Bestenliste der Australian Open auf Federer (6) weiter aus. Nur Nadal war es bei den French Open gelungen, ein einzelnes Grand-Slam-Turnier häufiger zu gewinnen (13). In Wimbledon (8) und bei den US Open (5) hält Federer den Rekord der Open Era (seit 1968).
Djokovic wird außerdem Federer am 8. März als Rekordhalter in Sachen Wochen an der Spitze der Weltrangliste (dann 311) ablösen.

"Sportgeschichte!" Djokovic verwandelt Matchball gegen Medvedev

Von den Bauchmuskelproblemen, die Djokovic vor allem in der dritten Runde und im Achtelfinale erheblich gebremst hatten, war im Endspiel wie schon im Halbfinale nichts mehr zu spüren.
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Nach dem Fünfsatzsieg gegen Taylor Fritz im dritten Match hatte Djokovic sogar über eine Aufgabe nachgedacht, hielt aber durch.

"So viel Gefühl und Touch": Djokovics beste Schläge im Finale

Djokovic startet stark

Schnell erreichte die vom deutschen Stuhlschiedsrichter Nico Helwerth geleitete Partie hochklassiges Niveau.
In der Rod Laver Arena fand der Russe auf das aggressive Spiel Djokovics fast immer eine Antwort, der Serbe musste sich jeden Punkt hart erkämpfen.
Der Melbourne-Champ eröffnete gleich mit einem Break, doch der Russe kam zurück und spielte durchaus ebenbürtig. Im entscheidenden Moment bewies Djokovic aber Nervenstärke und holte sich den ersten Satz nach 42 Minuten mit 7:5.

Weltklasse-Tennis: Djokovic breakt Medvedev und holt 7:5

Medvedev lässt Frust am Schläger aus

Im zweiten Durchgang kippte das Spiel dann klar in Richtung Djokovic. Mit seinem bei diesem Turnier überdurchschnittlich starken ersten Aufschlag machte der Serbe viele freie Punkte.
Medvedev dagegen bekam deutliche Probleme mit dem eigenen Aufschlag und streute viele Fehler ein. Später musste dann auch Medvedevs Schläger dran glauben.
"Er ist so ein talentierter Spieler, aber heute packt er es mit den Nerven nicht", urteilte Becker bei Eurosport.

Der ganze Frust muss raus: Medvedev zerhaut Schläger

Über 3:1 und 5:2 ging der zweite Satz klar mit 6:2 an den Favoriten.

Djokovic beweist Nervenstärke

Im dritten Satz hatte Medvedev dem 33-Jährigen dann nur noch wenig entgegenzusetzen. Djokovic zog schnell auf 4:1 davon und damit seinem 18. Grand-Slam-Titel entgegen.
Insgesamt nutze der Serbe sieben seiner elf Breakchancen (Medvedev: 2/4) und machte 16 von 18 Punkten am Netz. Djokovic leistete sich außerdem deutlich weniger vermeidbare Fehler als Medvedev (17/30).
Nach 1:53 Stunden verwandelte Djokovic spektakulär seinen ersten Matchball und schrie seine Freude heraus. "Emotional war es eines der schwierigsten Turniere meines Lebens", sagte Djokovic später bei Eurosport, auch auf die Corona-Umstände mit den Quarantäne-Bedingungen vor Turnierstart bezogen: "Ich musste mich wirklich in mein Schneckenhaus zurückziehen und habe mich am Ende selbst positiv überrascht."
"Die Reaktion war unglaublich emotional das zeigt, wie wichtig dieses Match für ihn war", meinte Mischa Zverev bei Eurosport: "Er hat mentale Stärke bewiesen."

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Djokovic ergriffen bei der Siegesrede

Djokovic wirkte bei seiner Siegesrede gelöst und ergriffen zugleich.
"Daniil, du hast erneut gezeigt, was für ein klasse Typ du bist. Wir sollten wieder häufiger trainieren, aber du rufst seit zwei, drei Jahre nicht mehr an", sagte der Champ:
Im Ernst, Daniil ist einer der schwierigsten Gegner, den es auf der Tour gibt. Es war ein erfolgreiches Turnier für die Veranstalter, wir waren ja etwa skeptisch, als wir hier her kamen. Aber Craig Tiley und sein Team können stolz sein.
Zuletzt dankte er noch dem Platz in der Rod Laver Arena: "Ich liebe dich jedes Jahr mehr, die Liebesbeziehung geht weiter."

"Du rufst mich nicht mehr an": Djokovic sorgt für Lacher bei Siegerehrung

Djokovic mit Zeichen an die "Next Gen"

Für seinen dritten Melbourne-Titel in Folge strich der Weltranglistenerste ein Preisgeld von 2,75 Millonen Australische Dollar (ca. 1,79 Mio. Euro) ein, Medvedev für seinen Finaleinzug 1,5 Millionen Australische Dollar (ca. 970.000 Euro).
Djokovic hatte im Viertelfinale die deutsche Nummer eins Alexander Zverev ausgeschaltet und später über die nächste Generation im Herren-Tennis gesagt:
Ich werde ihnen das nicht einfach überlassen. Dafür werden sie sich schon den Arsch aufreißen müssen.
Er sei damit bewusst auch ein Risiko eingegangen, meinte Djokovic später bei Eurosport, er habe damit aber auch niemandem zu nahe treten wollen. Die Realität zeige jedoch, dass er, Nadal und Federer immer noch tonangebend seien.

Djokovic im Eurosport-Interview: "Rafa, Roger und ich sind noch da"

Djokovic war sich nach dem Match jedoch, an Medvedev gewandt, auch sicher: "Du wirst eines Tages Grand-Slam-Turniere gewinnen. Aber vielleicht wartest du damit noch ein paar Jahre."

Medvedev verliert zweites Grand-Slam-Finale

Medvedev muss damit weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Der 25 Jahre alte Russe hatte 2019 das Finale der US Open in fünf Sätzen gegen Nadal verloren.
Djokovic gegen Medvedev zum Nachlesen im Ticker

Phasenweise ebenbürtig: Medvedevs beste Schläge im Finale

Djokovic beendete auch seine überragende Siegsserie: Der 25-Jährige hatte auf der Tour zuletzt 20 Spiele in Folge gewonnen und dabei alle Top-Ten-Spieler außer dem verletzten Federer mindestens einmal geschlagen.
"Medvedev war emotional im dritten Satz etwas am Ende", analysierte Mischa Zverev.

Hoppla! Djokovic vermasselt Schmetterbälle und wird gebreakt

Medvedev verpasst Platz zwei in der Weltrangliste

Medvedev wird im neuen ATP-Ranking einen Rang höher auf Platz drei geführt.
Der Russe verpasste es durch die Finalniederlage jedoch, neben Dominic Thiem auch Nadal zu überholen und sich auf Rang zwei hinter Djokovic zu setzen.

Unfassbare Winkel! Die Top-Schläge des Herren-Finals

Der Sieger ist derweil nur noch zwei Grand-Slam-Titel von der Bestmarke seiner Rivalen Nadal und Federer entfernt. "Novak ist ihnen dicht auf den Fersen", sagte Becker, der Djokovic als Trainer zwischen 2013 und 2016 zu sechs Major-Titeln gecoacht hatte.
Das Finale der Damen hatte am Samstag Naomi Osaka (Japan) glatt gegen Jennifer Brady (USA) gewonnen. Es war der vierte Grand-Slam-Titel für die Japanerin.

"Extrem clever gespielt": Frühes Break für Djokovic

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