Australian Open 2025: Novak Djokovic trotzt dem Drama von Melbourne - die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende

Novak Djokovic ist auf dem Weg zum 25. Grand-Slam-Titel dramatisch gestoppt worden. Der Körper des 37-Jährigen spielte im Halbfinale nicht mehr mit, nach einem Satz musste er das Handtuch werfen. Die Fans in der Arena wurden Zeuge einer der bittersten Momente in der Karriere des wohl größten Spielers der Geschichte. Es mag Djokovics letzte Show in Melbourne gewesen sein, die Saga aber geht weiter.

Halbfinale: Zverev siegt nach Aufgabe von Djokovic - Highlights

Quelle: Eurosport

Der entscheidende Satz auf der Pressekonferenz fiel fast ganz am Ende. "I'll keep going", stellte Novak Djokovic klar. Er werde "weiter danach streben, mehr Slams zu gewinnen".
Trotz der körperlichen Beschwerden, trotz immer jüngerer Rivalen, trotz der Tatsache, dass er bei den French Open im Mai schon 38 Jahre alt sein wird - der Serbe sieht seine Mission noch nicht erfüllt.
Dabei durfte man im Vorfeld der Australian Open zweifeln an der Konkurrenzfähigkeit des zehnmaligen Melbourne-Champions auf höchstem Niveau zweifeln.
Beim Vorbereitungsturnier in Brisbane scheiterte Djokovic bereits im Viertelfinale an Reilly Opelka, damals die Nummer 293 (!) im ATP-Ranking.
Das vergangene Jahr wäre eine Riesenenttäuschung gewesen, hätte der Serbe sich nicht bei den Olympischen Spielen in Paris seinen Gold-Traum erfüllt.

Djokovic: "Gutes Ergebnis, aber nicht zufriedenstellend"

Von daher war der Auftritt in Melbourne durchaus beachtlich. Eurosport-Experte Boris Becker erklärte, er habe im Halbfinale gegen Alexander Zverev gar "das beste Tennis seit Olympia" gesehen, das sein ehemaliger Schützling gezeigt habe.
picture

Tennis - Australian Open - Press conf Djokovic ENG only

Quelle: Eurosport

Djokovic selbst reagierte in typischer Manier auf das Aus durch Abbruch. "In Anbetracht der Umstände ist das ein sehr gutes Ergebnis. Aber es ist nicht zufriedenstellend für mich und meinen Standard. Ich strebe immer nach dem höchsten Ziel, dem Erreichen der Endspiele und darum, um eine Trophäe zu kämpfen", führte der Routinier aus.

Djokovic nimmt Federer den Rekord ab

Immerhin einen Rekord nimmt Djokovic mit vom fünften Kontinent. Er brach im Laufe des Wettbewerbs die Bestmarke von Roger Federer, der es auf 429 Grand-Slam-Matches brachte. Djokovic steht nun bei deren 434. Dazu zog er durch den bemerkenswerten Viersatzsieg im Viertelfinale gegen Carlos Alcaraz zum 50. Mal in ein Major-Halbfinale ein. Natürlich ist auch das ein Topwert.
picture

Spektakuläre Szenen: Djokovic traktiert Zverev mit Mondbällen

Quelle: Eurosport

Umso bitterer, dass er diese Partie nach 81 Minuten abbrechen musste. Er habe "alles Mögliche getan, um den Muskelfaserriss, den ich hatte, zu behandeln. Medikamente, das Band und die Arbeit der Physiotherapeuten haben bis zu einem gewissen Grad geholfen", erläuterte Djokovic. Die Schmerzen seien aber zum Ende des ersten Satzes hin immer stärker geworden. "Es war einfach zu viel für mich in dem Moment."

Zverev reagiert auf Buhrufe gegen Djokovic

Für einige Zuschauer war es hingegen zu wenig, was auf dem Court geboten wurde. Pfiffe und Buhrufe begleiteten die Aufgabe. Kontrahent Zverev zeigte sich als fairer Sportsmann und warb gleich zu Beginn des On-Court-Interviews für Verständnis.
picture

Zverev setzt sich für Djokovic ein: "Bitte Leute, buht nicht"

Quelle: Eurosport

"Bitte Leute, buht nicht einen Spieler aus, wenn er mit einer Verletzung aufgeben muss. Ich weiß, dass ihr alle Tickets gekauft und auf ein großartiges Fünfsatzmatch gehofft habt. Aber versteht: Novak Djokovic ist einer, der in den vergangenen 20 Jahren alles in seinem Leben für diesen Sport gegeben hat", betonte der Hamburger.

Djokovic: Geht es mit Murray weiter?

Die große Frage ist nun, wie lange er noch alles geben will - und ob er dies weiterhin mit seinem neuen Coach Andy Murray tun wird. "Wir müssen uns beide ein wenig abkühlen und dann werden wir uns unterhalten", sagte Djokovic auf der Pressekonferenz im Melbourne Park.
picture

Wie aus dem Nichts: Hier gibt Djokovic gegen Zverev auf

Quelle: Eurosport

Entschieden sei noch nichts. "Ich werde ihm mein Feedback geben, was natürlich positiv ausfällt, und dann sehen wir, wie er sich fühlt und machen den nächsten Schritt", so der 24-malige Grand-Slam-Turniersieger.
  • Die Australian Open 2025 live und auf Abruf auf discovery+
Geplant war eigentlich, nach den Australian Open in Doha aufzuschlagen, wo ab dem 17. Februar die Qatar Open stattfinden. "Ob ich spielen werde oder nicht, hängt davon ab, wie schnell ich mich erhole. In der Vergangenheit hatte ich bereits Erfolg mit schnellem Erholen", blickte Djokovic zurück.

Genesung? Djokovic will keine Zeit verlieren

Auch Zverev hatte nach der abgebrochenen Halbfinal-Begegnung an die enorme Widerstandsfähigkeit der Legende erinnert. "Er hat dieses Turnier mit einem Riss der Bauchmuskulatur gewonnen, er hat es mit einem Riss im Oberschenkel gewonnen", spielte der 27-Jährige auf die Melbourne-Titel von 2021 und 2023 an.
picture

Djokovic says 'there's a chance' he's played last Australian Open after injury retirement

Quelle: Eurosport

In diesem Jahr konnte Djokovic den Schmerzen nicht trotzen. Der Superstar will nun zurückfliegen nach Europa, um sich mit seinem Team über das weitere Vorgehen zu beraten. Die Genesung steht natürlich im Vordergrund, aber selbstverständlich auf die Djokovic-Art. Er suche nach dem "schnellsten Weg, um mich zu erholen und zurück in die Spur zu kommen".
Die Tennis-Saga ist noch nicht zu Ende, oder wie es Djokovic formulierte: "I'll keep going."

Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Swiatek patzt, Traumfinale platzt
picture

Zverev spielt ums Netz, Djokovic kontert, Fans rasten aus

Quelle: Eurosport


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung