French Open 2022: Youngster Holger Rune mischt Roland-Garros auf - zwischen Fanliebling und Buhmann
Holger Rune ist eines der Gesichter der French Open 2022. Der Youngster steht als erster Däne überhaupt im Viertelfinale von Paris und begeistert mit seiner Spielweise die Massen. Bei seinem Überraschungssieg gegen Stefanos Tsitsipas kam jedoch eine bislang eher unbekannte Seite des 19-Jährigen zum Vorschein. Auch abseits des Platzes sorgte Rune mit einer fragwürdigen Aktion für Schlagzeilen.
Achtelfinale: Rune schaltet Tsitsipas aus und schafft Historisches - Highlights
Quelle: Eurosport
Fast schon etwas schüchtern stand Holger Rune inmitten des Court Philippe-Chatrier, als ihn die ehemalige Wimbledon-Siegerin Marion Bartoli zum Siegerinterview in Empfang nahm.
"Es fühlt sich unglaublich an. Ich war so nervös am Ende, aber das Publikum war wie das gesamte Turnier über auch in diesem Match fantastisch. Ich bin so dankbar, auf diesem Court zu spielen, ihr seid großartig", überhäufte der 19-Jährige die Fans nach dem bislang größten Erfolg seiner Karriere mit Lob. Das Publikum quittierte jene Worte des Shootingstars mit donnerndem Applaus.
So zurückhaltend er sich im anschließenden Interview präsentierte, so begeisternd war der Youngster in den rund drei Stunden zuvor aufgetreten.
Rune setzte sich in einem packenden Achtelfinal-Duell gegen Stefanos Tsitsipas, seines Zeichens Vorjahresfinalist und Nummer drei der Welt, mit 7:5, 3:6, 6:3, 6:4 durch und zog damit als erster Däne überhaupt (seit 1925) in das Viertelfinale der French Open ein.
Wilander schwärmt von Rune: "Ein unglaublicher Athlet"
Keine Frage, der Weltranglisten-40. ist eine der positiven Erscheinungen in Paris und avanciert von Runde zu Runde mehr zum Fanliebling. Sein angriffslustiges und freches Auftreten auf dem Platz begeistert jedoch nicht nur die Massen, sondern auch die Experten der Branche.
"Er hat am Ende unglaubliche Nerven gezeigt. Ich kann nicht glauben, wie perfekt sein Spiel gegen Stefanos Tsitsipas war, und dass er auf den Tweener gegangen ist, als er zum ersten Mal zum Matchgewinn serviert hat", schwärmte Eurosport-Experte Mats Wilander in den höchsten Tönen vom Mann aus Kopenhagen.
"Seine Inside-Out-Vorhand ist perfekt und seine Rückhand longline erinnert mich an die der schwedischen Spieler aus den 70er und 80er Jahren. Ich wusste nicht, dass er so hart zuschlagen kann. Er ist ein unglaublicher Athlet mit so viel Power", so Wilander weiter.
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Krachender Winner nach Highlight-Rally: Rune lässt den Chatrier beben
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Rune: Demütig im Interview - Vulkan auf dem Court
Ganz frei von Störgeräuschen lief der Überraschungssieg des Dänen dann aber doch nicht ab. Speziell im zweiten Satz legte sich Rune immer wieder lautstark mit seiner eigenen Box an, woraufhin er zwischendurch völlig den Fokus verlor und jenen Durchgang letztlich an Tsitsipas abgeben musste.
Auch wenn dies letzten Endes keine Auswirkungen auf den Ausgang des Matches hatte, zeigte es doch, dass der Shootingstar mit dem Babyface auch anders kann.
Im Siegerinterview schlug Rune dann wieder versöhnliche Töne an. "Ich werde immer emotional, wenn ich über meine Familie oder meine Coaches spreche. Meine Mutter und mein gesamtes Team sind der Grund dafür, dass ich heute hier stehe. Ohne sie wäre das alles nicht möglich", sagte er voller Demut und betonte: "Ich bin dankbar, so ein tolles Team zu haben, das mir sowohl in schwierigen als auch in guten Zeiten zur Seite steht."
Dies trifft besonders auf seine Mutter Aneke zu, die ihren Sohn kürzlich nach einer durchaus fragwürdigen Aktion vehement verteidigte.
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Rune legt sich mit eigener Box an
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Rune: Absage im Doppel via Instagram sorgt für Wirbel
Der 19-Jährige hatte vor wenigen Tagen seine Teilnahme an der Doppel-Konkurrenz von Roland-Garros abgesagt. So weit, so gut.
Allerdings sorgte die Art und Weise in der Tennis-Welt für Wirbel. Laut seines Doppel-Partners Francisco Cabral habe Rune ihm die Entscheidung über seinen Rückzug erst 15 Minuten vor ihrem Auftaktmatch mitgeteilt - und das via Instagram. Die Begründung: Die Ärzte hätten ihm geraten, das Doppel abzusagen, um seinen Einsatz in der 3. Runde der Einzel-Konkurrenz gegen Hugo Gaston nicht zu gefährden.
"Das ist das Risiko, das ein Doppelspieler eingeht, wenn er sich mit einem Einzelspieler zusammentut. Und er weiß das. Er hätte ohne Holgers Einzelplatzierung nicht beim Turnier antreten können. Natürlich entschied er sich dazu, Holger nach einem Doppel zu fragen, da er auf dessen Position angewiesen war, um in das Turnier zu kommen. Das ist auch gut so", stärkte Mama Rune ihrem Sohn gegenüber der dänischen Zeitung "Ekstra Bladet" den Rücken. Auch wenn jener Schritt moralisch nicht ganz einwandfrei war, gibt ihm der Erfolg im Einzel bislang zweifelsohne recht.
Runes Viertelfinalgegner Casper Ruud (Norwegen) sollte somit gewarnt sein. Schließlich ist der Däne auf dem Platz längst nicht so unschuldig, wie er sich in den Interviews präsentiert.
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Achtelfinale: Ruud lässt sich von Hurkacz nicht aufhalten - Highlights
Quelle: Eurosport
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