French-Open-Halbfinale mit Alcaraz-Djokovic und Zverev hat es in sich - "Alles, was das Tennis-Herz höherschlagen lässt"
Carlos Alcaraz und Novak Djokovic im Kampf um die Nummer eins der Welt, Alexander Zverev gegen Casper Ruud quasi als Nachschlag - Tennis-Herz, was willst du mehr? Keine Frage: Der Freitag wird bei den French Open mit den Halbfinals der Herren spektakulär. Während die Weltöffentlichkeit eher aufs erste Halbfinale schaut, ist Zverev im zweiten alles andere als chancenlos - und das nach diesem Jahr.
Roland-Garros : Mats Wilander's about Zverev vs Casper Ruud preview
Quelle: Eurosport
Welches Halbfinale am Freitag mehr juckt, so im globalen Kontext? Boris Becker weiß es.
"Da muss man ehrlich sein", sagte der Eurosport-Experte im Vorfeld der Top-Partien am Freitag bei den French Open und wählte das Match Carlos Alcaraz gegen Novak Djokovic. "Da spielt eine Legende gegen eine zukünftige. Das ist alles, was das Tennis-Herz höherschlagen lässt."
Die juvenile Nummer eins der Welt gegen Beckers ehemaligen Schützling, der mit 36 Jahren seinen 23. Grand-Slam-Titel gewinnen und damit noch einmal an die Spitze der Weltrangliste zurückkehren will - recht viel besser geht es tatsächlich nicht (ab 14:30 Uhr bei Eurosport, discovery+ und im Liveticker).
Aus deutscher Sicht wird es aber erst im Anschluss spannend - da wird dem Tennis-Fan die Partie zwischen Alexander Zverev und Casper Ruud serviert. Als Nachschlag, quasi.
Zverev ist laut Becker "noch nicht zufrieden"
Zverev war am Donnerstag mit einem breiten Lächeln im Gesicht auf das Trainingsgelände von Roland-Garros spaziert. Der Olympiasieger fieberte seinem Halbfinalduell mit dem starken Norweger entgegen und arbeitete im Training mit Hittingpartner Tobias Kamke an den letzten Details - für Zverevs zweiten Finaleinzug bei einem Majorturnier muss schließlich alles passen.
"Was mir gut an seinen Aussagen gefallen hat, ist, dass er nicht zu früh zufrieden ist", freute sich Becker: "Seinen Viertelfinalsieg hat er relativ cool genommen, nach dem Motto: Ich bin noch nicht zufrieden."
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Matchball Becker: Analyse der Damen-Halbfinals mit Petkovic
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Nach beinahe zwei Wochen Grand-Slam-Tennis geht es in Paris längst nicht mehr nur um die präzisesten und härtesten Schläge. Locker bleiben, lautet das Leitmotiv. In den Muskeln und im Kopf. "Körperlich ist es anstrengend - aber geistig noch viel mehr", sagt Becker.
Zverev gegen Ruud - "Ein hartes Stück Arbeit"
Das Ungewöhnliche für Zverev: Obwohl ehemals die Nummer zwei der Welt, zum dritten Mal in Folge im Halbfinale der French Open und im Vorjahr drauf und dran gewesen, den großen Rafael Nadal zu besiegen, ist er nur der Außenseiter - auch gegen den auf großer Tennisbühne oft unterschätzten Ruud.
"Ruud hat sich ein bisschen beschwert, dass er letztes Jahr als Nummer zwei der Welt ein bisschen unter dem Radar geflogen ist", weiß Becker. Teils ist es seine eigene Schuld. "Er ist ein Mann, der nicht unbedingt für Schlagzeilen sorgt", sagt der Eurosport-Experte. Was aus sportlicher Sicht "unfair" ist. "Er ist einer der besten Spieler der Welt. Das wird ein hartes Stück Arbeit für Sascha", so Becker.
"Grand Slams sind Tennis-Geschichte", sagte Zverev vor seinem Auftritt am Freitag (nicht vor 17:30 Uhr live bei Eurosport, discovery+ und im Liveticker). Und in der Geschichte seiner Sportart will sich der beste deutsche Profi mit Nachdruck verewigen.
Eine Goldmedaille hat er schon seit den Sommerspielen in Tokio - nun soll auch eine Grand-Slam-Trophäe her. Dass sich Zverev die Chance darauf bietet, hatte er ein Jahr nach der verheerenden Knöchelverletzung wohl selbst nicht kommen sehen.
Wilander glaubt an Zverev-Chance
"Ich bin extrem glücklich, dass ich hier bin, aber das Turnier ist noch nicht vorbei", sagte er vor seiner Partie gegen den Vorjahresfinalisten Ruud. Und auch die zunächst eher skeptischen Experten halten nichts mehr für unmöglich.
Mats Wilander sagte bei Eurosport: "Er ist so gut: Warum soll er hier in Paris nicht seinen ersten Grand Slam gewinnen?" Zverev habe "mit seinem Aufschlag eine großartige Waffe, die hier nicht viele haben. Casper ist leicht favorisiert - aber wenn er gut aufschlägt, wird es eng."
Laut dem Schweden, selbst siebenfacher Grand-Slam-Sieger, darf man sich beim Duell Zverev gegen Ruud auf viele Grundlinienduelle freuen.
"Beide gehen nicht so gerne ans Netz, dominieren lieber von der Grundlinie. Es wird viele harte Schläge geben", sagt der 58-Jährige: "Taktisch gibt es da wenig Spielraum, aber es wird physisch sehr anspruchsvoll werden. Es würde mich nicht wundern, wenn es über vier Stunden dauert."
Ruud erinnert sich an 2022
Ruud selbst konnte sich dieser Tage noch gut an das Zverev-Halbfinale von einem Jahr erinnern.
"Ich weiß noch, wie ich sein Match gegen Rafa in der Kabine verfolgt und mir gedacht habe: Wenn das über fünf Sätze geht, sitzen wir um zwei Uhr nachts noch hier - und dann kam dieses plötzliche Ende. Das war sehr unglücklich für ihn. Aber es ist schön, ihn wieder auf der Höhe zu sehen."
Gewinnen will er die Vorschlussrunde vor dem Finale, in dem er 2022 Nadal klar unterlag, aber natürlich selbst. "Es wird ein tolles Match werden", sagt er, "wir werden beide alles geben - und dann sehen wir, wie es läuft."
Zverev hat Respekt vor Ruud
"Casper war schon in dieser Situation, er war hier im Finale und weiß genau, was zu tun ist", sagte Zverev über Ruud: "Er ist ein sehr, sehr guter Tennisspieler."
Er selbst wird alles daransetzen, der Erfüllung seines Lebenstraums einen weiteren Schritt näherzukommen. In einem Grand-Slam-Finale stand er bislang einzig 2020 in New York, als er denkbar knapp am Österreicher Dominic Thiem scheiterte.
Jetzt wähnt er sich wieder nah dran - die lange Leidenszeit ist vergessen. "Ich habe eine neue Chance erhalten", sagte Zverev: "Und hoffentlich kann ich sie nutzen."
Menschenfresser Djokovic
Die Chance für Zverev, als erster Deutscher seit Michael Stich 1996 in Paris ins Endspiel einzuziehen, ist lebendig. In direkten Duellen mit Ruud steht es 2:1 für den Deutschen, allerdings alle auf Hardcourt ausgetragen.
Auf Sand ist der Norweger mindestens ebenbürtig, nach den Leistungen des letzten Jahres - Ruud stand auch bei den US Open im Finale - ist der 24-Jährige sogar leicht favorisiert.
Wann sie auf den Court gehen, wissen sie indes noch nicht. Auch das kann zum Nervenspiel werden. Vorher messen sich nämlich ab ca. 14:45 Uhr die beiden Topfavoriten Carlos Alcaraz (20) und Novak Djokovic (36) im großen Generationenduell. Für viele das vorweggenommene Finale. Gut möglich, dass es mehrere Stunden dauert.
Wilanders Tipp für Alcaraz ist derweil klar: Djokovic nicht ins Rollen kommen lassen. "Ab einem gewissen Punkt ist er unbesiegbar. Ich denke nicht, dass er glaubt, dass er verlieren kann", sagt der Schwede. Und: "Du spielst gegen Novak Djokovic - wenn du ihm Punkte schenkst, wird er dich auffressen."
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Zverev left baffled by bizarre question about lions from reporter
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