Taylor Fritz der heimliche Sieger der Saison: Rekord-Ranking, Grand-Slam-Finale, Siegesserie gegen Alexander Zverev

Taylor Fritz hat die bislang beste Saison seiner Karriere gespielt und das Jahr auf Platz vier beendet. Höher stand der US-Amerikaner nie zuvor im ATP-Ranking. Mit beeindruckender Konstanz bei den Grand-Slam-Events und ATP Finals sowie zwei Titeln hat er sich in der Weltspitze festgesetzt. Und 2025? Scheint noch mehr drin zu sein, denn: Fritz hat auch im Kopf einen wichtigen Schalter umgelegt.

Fritz-Fluch hält an: Zverev verliert beim Laver Cup - Highlights

Quelle: Eurosport

Dieses Mal ist alles anders. Taylor Fritz erinnert sich noch, wie es Ende Februar 2023 war. Der US-Amerikaner hatte erstmals in seiner Laufbahn die Top 5 erreicht.
"Verrückt" sei das gewesen. Seinem Team habe er gesagt: "Ich bin der fünftbeste Spieler der Welt. Schaut euch all die Jungs an, die hinter mir stehen und wahrscheinlich besser sind als ich."
Seinen Status als Nummer fünf habe er zwar dem Ranking entnehmen können, "ich hatte aber nicht das Gefühl, dass ich die Fünf bin", berichtete Fritz.
Heute findet sich der Kalifornier sogar eine Position weiter oben, seine Einstellung dazu aber ist eine gänzlich andere.

Fritz extrem konstant bei Grand Slams

Er sei nun "da, wo ich hingehöre, habe das Gefühl, dazuzugehören. Es gibt mir viel Selbstvertrauen, diesen Glauben zu haben. Das ist ein wichtiger Faktor für die großen Erfolge", so Fritz, der in diesem Jahr die ATP-Wettbewerbe in Delray Beach und Eastbourne gewann.
Ebenso respektabel ist das Abschneiden bei den vier Grand-Slam-Turnieren. Viertelfinale in Melbourne und Wimbledon, Achtelfinale in Roland-Garros, Endspiel in New York.
2300 Punkte sammelte Fritz bei den vier Major-Veranstaltungen, was ihn in dieser Statistik auf Platz sechs bringt. Der 27-Jährige hielt sein Niveau bis zum Schluss und stand bei den ATP Finals in Turin im Endspiel, auch seine einzige Partie beim Davis Cup in Málaga gewann er.

Zverev scheitert viermal in Folge an Fritz

Die neue Selbstverständlichkeit als Top-5-Mann bekam in dieser Spielzeit vor allem Alexander Zverev zu spüren. In Rom behielt der Hamburger noch die Oberhand - danach setzte es in Wimbledon, bei den US Open, beim Laver Cup und den Finals vier Niederlagen in Folge. Das Duell prägte das Jahr derart, dass die ATP es in seine Best-of-Serie der "Rivalries of 2024" aufnahm.
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Highlights: Zverev verliert erneut gegen Fritz nach Dreisatzkrimi

Quelle: Perform

Verständlich, schließlich spielen beide attraktives Tennis auf Toplevel. Fritz baut auf seinen starken Aufschlag und die grandiose Vorhand, beide Schläge gehören zu seinen besten Waffen. Nur vier Spieler auf der Tour hatten 2024 mehr Asse pro Match vorzuweisen als der 1,96-Meter-Mann, der auf einen Schnitt von 10,5 kommt. Die Rückhand schlägt er beidhändig und präzise. Hinzu kommt, dass Fritz sich auf allen Belägen wohlfühlt.
Im Exklusiv-Interview mit Eurosport bezeichnete John McEnroe seinen Landsmann als "sehr selbstbewusst". Auf dem Court könne man das zwar nicht immer erkennen, "aber abseits des Platzes spürt man das." Für einen Spitzenspieler - und das ist Fritz spätestens jetzt - sei diese Eigenschaft unabdingbar, führte die Sport-Ikone aus.

Fritz-Hoch ein Segen für das US-Tennis

Für das US-Tennis der Männer kommt diese Entwicklung wie der heiß ersehnte Regen nach der Dürre. Fritz ist seit Andy Roddick (Wimbledon 2009) der erste Spieler aus den Vereinigten Staaten, der ein Grand-Slam-Finale erreichte.
Gar 18 Jahre war es her, dass ein US-Profi (James Blake 2006) im Endspiel der ATP Finals stand. Fritz hat auch diese Durststrecke beendet. Einen Spieler auf Platz vier in der Weltrangliste hatten die USA seit August 2007 (Roddick) nicht mehr.
So langsam wird der Höhenflug von Fritz also geschichtsträchtig. Historische Dimensionen wären wohl erreicht, wenn er in der kommenden Spielzeit den ersten Grand-Slam-Titel holen würde. Darauf wartet die Tennis-Nation USA bei den Männern schon seit mehr als 21 Jahren. Roddick war es, der 2003 die Trophäe bei den US Open mit nach Hause nahm.

Grand-Slam-Titel für Fritz? "Auf jeden Fall möglich"

Und Fritz? Traut sich das ambitionierte Projekt zumindest zu, wie er schon 2022 nach seinem bisher größten Coup in Indian Wells klarstellte. "Wenn ich in der Lage bin, ein Masters zu gewinnen, dann bin ich auch in der Lage, einen Grand Slam für mich zu entscheiden."
Freilich müsse dafür "einfach alles zusammenpassen", nichtsdestotrotz habe er "das Gefühl, dass es auf jeden Fall möglich ist". Nach der überragenden Saison 2024 kann man Fritz da nur zustimmen.
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Quelle: Eurosport


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