Biathlon-WM 2024: Deutsches Duo Strelow/Voigt läuft im Single-Mixed hinterher - Laufzeiten werden zum Dauerproblem
Der deutsche Medaillen-Hattrick bei der Biathlon-WM ist ausgeblieben. Nach Silber (Janina Hettich-Walz) und Bronze (Benedikt Doll) in den beiden Einzelrennen verpassten Justus Strelow und Vanessa Voigt in der Single-Mixed-Staffel beim Sieg der Franzosen das Podest recht deutlich. Dabei wäre für das Duo mehr drin gewesen. Das deutsche Dauerproblem bei dieser WM machte den beiden jedoch zu schaffen.
Highlights Single Mixed: Frankreich holt Gold nach Showdown
Quelle: Eurosport
Justus Strelow redete gar nicht erst lange um den heißen Brei herum.
"Ich bin ein bisschen enttäuscht", erklärte der 27-Jährige am Eurosport-Mikrofon und auch seine Teamkollegin Vanessa Voigt machte aus ihrer Unzufriedenheit keinen Hehl. "Wir wollten um die Medaillen mitkämpfen, haben aber den Anschluss verpasst", haderte sie im "ZDF".
Anstatt die deutsche Medaillenserie bei der Biathlon-WM 2024 in Nove Mesto aufrechtzuerhalten (Silber für Janina Hettich-Walz, Bronze für Benedikt Doll), musste sich das Single-Mixed-Duo des DSV beim Triumph der Franzosen Lou Jeanmonnot und Quentin Fillon Maillet am Donnerstag letztlich mit Platz sechs zufriedengeben.
Dabei hatten sich Strelow und Voigt nach ihrem überraschenden Weltcupsieg bei der WM-Generalprobe Ende Januar in Antholz deutlich mehr ausgerechnet.
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Vittozzi kocht Tandrevold ab - der Zweikampf um WM-Silber
Quelle: Eurosport
Strelow fällt nach starkem Start zurück
"Gerade nach Antholz habe ich gehofft, dass da mehr drin ist. Bei Justus hat man aber schon zeitig auf der Strecke gesehen, dass das heute schwierig wird", erklärte Eurosport-Experte Michael Rösch.
Diese Einschätzung teilte auch Strelow selbst. "Läuferisch habe ich mich heute schon extrem schwergetan", sagte er und führte am Eurosport-Mikrofon aus: "Es war ein schweres Rennen. Johannes Thingnes Bö hat von Anfang an Vollgas gegeben, es war hart, da mitzugehen. Im ersten Durchgang ist mir das noch ganz gut gelungen, aber gerade im zweiten hatte ich auf der Strecke nichts mehr entgegenzusetzen."
In der Tat legte der Sachse, der auf das Einzel tags zuvor verzichtet hatte, mit einer fehlerfreien Schnellfeuerserie einen vielversprechenden Start hin, ehe er über die Skier von Nebenmann Bö stolperte und stürzte. Nach nur einem Nachlader im Stehendanschlag übergab er mit überschaubarem Rückstand auf die Spitze (19 Sekunden) an Voigt.
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"Nein! Sturz von Justus": Strelow strauchelt nach Schießen
Quelle: Eurosport
DSV-Duo verliert mögliche Medaille in der Loipe
Doch auch seine Partnerin hatte Mühe in der Loipe. Die 26-Jährige blieb zwar bei ihren ersten beiden Einlagen fehlerlos, verlor allerdings auf der Strecke einige Sekunden auf die Top-Nationen und damit die Medaillenränge.
Dies sollte auch in der Folge nicht besser werden - im Gegenteil: Obwohl sich das deutsche Single-Mixed-Duo insgesamt lediglich vier Nachlader (drei davon beim allerletzten Schießen, als Voigt im Kampf um die Medaillen volles Risiko ging) leistete, fehlten am Ende mehr als 37 Sekunden auf die drittplatzierten Norweger, die im Vergleich dazu eine Strafrunde und sieben Nachlader fabrizierten. Sieger Frankreich lag gar 1:04,6 Minuten vor dem DSV-Team - mit nur einem Nachlader weniger.
Die Ursache dafür, dass es mit der ersten deutschen Single-Mixed-Medaille seit 2020 (Silber für Erik Lesser und Franziska Preuß in Antholz) nichts wurde, war somit schnell ausgemacht. Am Schießstand hatten Strelow und Voigt die zweitbeste Zeit aller Nationen, die Laufzeit reichte dagegen nur für Rang zehn (1:03,2 Minuten Rückstand auf das schnellste Duo aus Norwegen).
Biathlon-WM: Voigt hadert mit Material
"Die vorne haben nicht einmal gepatzt, sehr schnell geschossen und sehr schnell gelaufen. Da war irgendwie keine Chance mitzuhalten. Und dann kämpft man mehr im hinteren Viertel", bilanzierte Voigt im "ZDF".
Eine recht alarmierende Aussage, zumal es bereits seit Beginn der Titelkämpfe in Nove Mesto kritische Stimmen aus dem deutschen Lager bezüglich des Equipments gibt.
"Materialmäßig war ich heute glaube ich sehr schlecht aufgestellt", bemängelte Voigt gleich zum WM-Auftakt nach der Mixed-Staffel. Nach dem Einzelrennen über 15 Kilometer betonte sie, dass es diesbezüglich "Redebedarf" gäbe.
Das sah auch Sportdirektor Felix Bitterling so. "Das erste Feedback war relativ klar, dass die Ski wieder nicht grandios waren. Da brauchen wir nicht drum herumzureden", sagte er zuletzt.
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Vanessa Voigt bei der Biathlon-WM in Nove Mesto
Fotocredit: Imago
Rösch: "Eine Materialschlacht, die man gerade verliert"
Dies setzte sich allem Anschein nach auch im Single-Mixed-Rennen bei erneut komplizierten Bedingungen (leichter Nebel und Plusgrade) fort.
"Aus den Gesprächen, die ich mit den Verantwortlichen geführt habe, kann ich sagen, dass es einfach eine Materialschlacht ist, die man gerade verliert. Die anderen Teams haben etwas gefunden, das funktioniert - und das macht es der deutschen Mannschaft unmöglich, vorne mitzulaufen", brachte es Rösch jüngst im Eurosport-Interview auf den Punkt und ergänzte: "Es ist schade, dass das ausgerechnet zur WM so kommt, aber damit muss der DSV umgehen."
Genau das muss aus deutscher Sicht nun das Motto sein, um die Titelkämpfe in Nove Mesto zu einem guten Ende zu bringen.
Vier Chancen haben die DSV-Asse hierfür noch: Die beiden Staffeln der Frauen (13:45 Uhr im Liveticker) und Männer (16:30 Uhr im Liveticker) am Samstag sowie die jeweiligen Massenstarts am Sonntag (14:15/16:30 Uhr alles live auf Eurosport und bei discovery+).
Alle Rennen der Biathlon-WM 2024 in Nove Mesto live bei discovery+
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(miit SID)
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Quelle: Eurosport
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