Franz Beckenbauer, hauptberuflich Fußball-Kaiser, hat seinen Untergebenen neulich den als Bitte getarnten Befehl übermittelt, einen Mann namens Jürgen Klopp zum FC Bayern zu holen. "Sehnlichst" warte er auf dessen Ankunft, aber sollten keine tektonischen Platten im ungünstigen Winkel aneinanderstoßen, wird's zumindest zeitnah nichts mit Klopp und Bayern.
Beckenbauer sei "offensichtlich ein großer Befürworter von Klopp", sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zur "Sport Bild", er wolle aber "keine erneute Diskussion" um den Bayern-Trainer, der Niko Kovac heißt.
Bundesliga
Hoeneß verrät: Diesen Trainer hatte Bayern "auf dem Radar"
05/06/2019 AM 06:26
Dieser wiederum hat sich mit einem halbfertigen Kader in die Sommerpause verabschiedet, er macht erstmal Urlaub, dafür glühen bei Sportdirektor Hasan Salihamidzic die Drähte. Die Einkäufe von Lucas Hernández (Atlético Madrid), Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) und Jann-Fiete Arp (Hamburger SV) sind fix, noch aber gibt es viel zu tun.

James Rodríguez

Stand: Gefallene Würfel. Bayern verzichtet auf seine Kaufoption, der Kolumbianer verlässt München auf eigenen Wunsch, was James-Fan Rummenigge "persönlich" bedauert. Einen Stammplatz konnte Kovac nicht garantieren, es passte nicht (mehr) zwischen James und Bayern. Der vielleicht feinste Fuß der Bundesliga wird beim Meister nicht gebraucht.
Interpretation: James' Ende hat Auswirkungen auf die Planungen. Bayern benötigt jetzt einen spielstarken Achter, bestenfalls torgefährlicher. Die Dringlichkeit verstärkt sich, falls mit Renato Sanches ein weiterer Mittelfeldspieler geht (siehe unten). Hoffnungen schultert Corentin Tolisso, der nach Kreuzbandriss zurückkehrt.
Prognose: James hat unter Kovac selten bis nie so geglänzt wie bei Jupp Heynckes, weshalb sein Verlust zu kompensieren ist. Der gehandelte Rodrigo (22, Atlético) wäre kein Eins-zu-Eins-Ersatz, da defensiver veranlagt. Als dynamischer Wellenbrecher eine Wucht. Kolportierte Ausstiegsklausel: 70 Millionen. Bayern hat's ja...

Leroy Sané

Stand: Heißeste Planstelle. Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß äußern sich auffällig oft und verblüffend offensiv zum Flügelstürmer von Manchester City. Rummenigge lässt wissen, dass Bayern "kein Angebot abgegeben" und sich "Leroy offensichtlich noch nicht entschieden" habe. Zuvor stufte Hoeneß einen Deal via "kicker" als "eher unwahrscheinlich" ein.
Interpretation: Entweder zünden Rummenigge und Hoeneß munter Nebelkerzen, weil sie unverblümt über einen Spieler reden, der ihnen nicht gehört. Oder sie wissen mehr als sie zugeben (wollen). Sportlich wäre Sané ein spektakulärer Königstransfer.
Prognose: München pulverisiert sein 80-Millionen-Invest für Hernández - und der modisch anspruchsvolle Sané lernt die Lederhose kennen.

Jérôme Boateng

Stand: Der 30-Jährige bockte wegen seiner Reservistenrolle, kann sich einen Verbleib aber vorstellen ("Warum nicht?"), während Hoeneß auf Luftveränderung drängt. Arsenal, Manchester United und - mal wieder - Paris Saint-Germain wird Interesse bescheinigt, Boatengs Manager "sucht Vereine", sagt Hoeneß.
Interpretation: Es geht nur um die Ablöse. Der Innenverteidiger wollte schon im Vorjahr weg und durfte nicht, das nahm er den Münchnern krumm. Indem er verriet, dass Boateng verzichtbar ist, hat Hoeneß dessen Marktwert strategisch ungeschickt reduziert.
Prognose: Wie's manchmal so ist - eine Trennung hilft beiden Parteien. Alles andere wäre unsinnig, auch für Bayerns Binnenhygiene.

Renato Sanches

Stand: Wenig Einsatzzeiten, viel Frust. "Ich habe mich am Mittwoch von Kovac verabschiedet", sagt der Portugiese zur "Sport Bild", lässt aber offen, "ob es für die Sommerpause oder für immer war. Ich möchte mehr spielen. Ich weiß im Moment nicht, wie es weitergeht."
Interpretation: Beim FC Bayern sind sie unschlüssig, wie sie mit dem Nachwuchsstar der EM 2016 verfahren sollen. Prinzipiell bleiben Sanches' Chancen auf die Stammelf gering, andererseits ist er eifrig, immer noch sehr jung (21) und inzwischen besser integriert. Klar ist lediglich: "Ich will keine erneute Leihe." 2017/18 wurde Sanches bei Swansea City geparkt.
Prognose: Tendenz zum Abgang. Auch wenn's Bauchschmerzen gibt, weil unverkennbare Anlagen vorhanden sind. Vermutlich bringt sie der - für Sanches - richtige Klub zur Entfaltung.

Timo Werner

Stand: RB Leipzig will mit dem Nationalstürmer entweder verlängern oder Werner (Vertrag bis 2020) im Sommer maximal gewinnbringend veräußern. Was Werner will, ist nicht so eindeutig; dem Vernehmen nach fände er Bayern reizvoll, ebenso soll eine weitere Leipziger Saison denkbar sein.
Interpretation: Lange schien irgendwie gesichert, dass der 23-Jährige nach München wechselt, mittlerweile sind die Zweifel im Verein gewachsen: Passt dieser Spielertypus überhaupt zu uns? Im Sturm erhebt Robert Lewandowski den Territorialanspruch, für die Flügel scheint Werners technische Finesse nicht ausreichend - zumal es keine Konkurrenzsituation mit Sané, Kingsley Coman, Serge Gnabry, Thomas Müller und Alphonso Davies geben dürfte.
Prognose: Der seit Winter heftig umworbene Callum Hudson-Odoi steht vor einer Vertragsverlängerung beim FC Chelsea. Dennoch: Werner wird kein Bayer.
Bundesliga
Van der Vaart sicher: "Bayern wäre der richtige Verein für de Ligt"
04/06/2019 AM 13:59
Ligue 1
Nach Verurteilung: Boateng geht in Berufung
GESTERN AM 20:13