Unverhofft kommt oft.
Eigentlich stellte sich die Startelf des FC Bayern zum Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke nach den Erfolgen der vergangenen Wochen und Monaten fast von selbst auf - eigentlich.
Die kurzfristigen Ausfälle der beiden defensiven Leistungsträger David Alaba (muskuläre Probleme) und Alphonso Davies machten Hansi Flick jedoch einen gehörigen Strich durch die Planung.
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"Alphonso hatte in den letzten Trainingseinheiten Probleme und hatte nur für 45 Minuten grünes Licht. Wir wollten kein Risiko eingehen", rechtfertigte der Triple-Trainer seine personellen Umstellungen.
Somit schlug am Freitagabend gegen die in der Vorsaison kriselnden Schalker die Stunde von Lucas Hernández.

FC Bayern: Hernández gegen Schalke formverbessert

Der französische Weltmeister rückte anstelle des pfeilschnellen Davies auf die linke defensive Außenbahn und erledigte seine Aufgabe bei der 8:0-Gala der Münchener mehr als ordentlich.
Der 24-Jährige schaltete sich immer wieder in das Offensivspiel es FC Bayern mit ein und initiierte so etliche Chancen. Auch defensiv präsentierte er sich in einer guten Verfassung und gewann starke 75 Prozent seiner Zweikämpfe, was ganz nach dem Geschmack von Flick war.
"Wir wollten die Null halten und kein Gegentor bekommen. Es war mir wichtig, weil auch noch junge Spieler reinkamen, dass wir die Spieler bei Linie halten", konstatierte der 55-Jährige.
Tatsächlich sollte Flicks Matchplan voll aufgehen, was nicht zuletzt auch an Hernández lag, der die Kreise von Schalkes offensivem Hoffnungsträger Amine Harit nahezu über die komplette Spielzeit einschränkte.
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Hernández heizt Spekulationen um Zukunft an

Kurz gesagt: Der französische Weltmeister setzte gleich zu Saisonbeginn ein sportliches Ausrufezeichen, was nach den jüngsten Entwicklungen allerdings auch dringend vonnöten war.
Schließlich hatte er erst kürzlich im Interview mit "Téléfoot" die Diskussionen um seine Zukunft an der Säbener Straße neu entfacht. "Ich habe noch vier Jahre Vertrag, aber es kommt auf die kommende Saison an. Wenn es weiterhin so kompliziert für mich ist, dann werden wir sehen", äußerte sich Hernández vielsagend.
Bereits in der aktuellen Transferperiode wurde Paris Saint-Germain immer wieder als möglicher Abnehmer gehandelt. Etwaige Berichte verwies der Ex-Madrilene allerdings ins Reich der Fabeln. "Natürlich gibt es immer wieder Gerede, aber ich habe kein Angebot bekommen. Auch mein Berater oder meine Verwandten nicht", versicherte er und betonte:
"Es war ein kompliziertes Jahr, aber es liegt in meinem Charakter, an mir zu arbeiten und weiterzumachen. Das werde ich auch jetzt machen und versuchen, meinen Platz im Klub zu bekommen."
Zumindest gegen Schalke war ihm aufgrund des Ausfalls von Davies ein Platz in der ersten Elf sicher. Es stellt sich jedoch die berechtigte Frage, ob der Startelfeinsatz nur eine Momentaufnahme war oder ob doch mehr dahinter steckt?

FC Bayern: Schlägt nun die Stunde von Hernández?

Vieles hängt in erster Linie von der Personalie David Alaba ab. Während der FC Bayern mit allen Mitteln um einen Vertragsverlängerung kämpft, kokettiert der Abwehrchef nach wie vor mit einem Wechsel ins Ausland. Zuletzt kam es zwischen den FCB-Verantwortlichen und der Seite des Österreichers um Berater Pini Zahavi sogar zu regelrechten Zerwürfnissen.
Sollte Alaba nach mehr als 12 Jahren den FC Bayern tatsächlich vorzeitig verlassen, würde Hernández zweifelsohne in der defensiven Hackordnung der Bayern weiter aufsteigen. Während Davies links hinten als gesetzt gilt, könnte der 24-Jährige den Kampf um einen Platz in der Innenverteidigung mit Jérôme Boateng und Niklas Süle neu entfachen.
Selbst bei einem Verbleib von Alaba ist der FC Bayern auf einen Hernández in der derzeitigen Form durchaus angewiesen, um in der bevorstehenden Marathon-Saison in allen Wettbewerben bis zum Ende eine entscheidende Rolle zu spielen. Immerhin sind Alternativen im alles andere als üppig besetzten Kader des Rekordmeisters rar gesäht.
Bis eine endgültige Entscheidung in der Causa Alaba gefallen ist, möchte der Rekordtransfer weiter um seinen Platz kämpfen. "Ich gebe alles im Training, damit der Trainer auf mich zählen kann, wenn er mich braucht und um mir meine Chance zu erarbeiten", betonte Hernández.
Gut möglich, dass sich jene unverhoffte Chance früher ergibt als zunächst gedacht.
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