Leroy Sané, Marc Roca, Tanguy Nianzou Kouassi, Alexander Nübel, Bouna Sarr, Douglas Costa, Eric Maxim Choupo-Moting: Die Liste an Neuzugängen war im Sommer beim FC Bayern lang.
Bemerkenswert dabei ist allerdings, dass sich bisher kein Spieler aus diesem illustren Kreis einen Stammplatz in der ersten Elf erkämpfen konnte.
Bei Akteuren wie Costa, Nübel oder Choupo-Moting war dies zwar nicht eingeplant, dennoch zeichnet sich zur Saison-Halbzeit ein enttäuschendes Bild ab. Besonders von Nationalspieler Sané wurde mehr erwartet.
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Allerdings kam der 24-Jährige kurz nach einer schweren Knieverletzung zu den Bayern.

Kahn verteidigt Sané

Vorstandsmitglied Oliver Kahn nahm Sané daher in Schutz. In der "Sport Bild" meinte der Ex-Keeper: "Ich kenne den FC Bayern sehr lange und weiß, dass neue Spieler Zeit brauchen, um voll anzukommen – zumal Leroy aus einer schweren Verletzung zu uns kam."
In München sei man weiter von Sané "als Spieler, Typen und Charakter" überzeugt, so Kahn.

Bayerns Leroy Sané (links) im Bundesligaspiel gegen den FSV Mainz 05

Fotocredit: Getty Images

Auch Hansi Flick zeigte sich vor Kurzem optimistisch, dass der Nationalspieler bald voll da ist: "Er ist sehr selbstkritisch, was seine Leistung betrifft. Er hat in der Woche im Training gute Leistungen gezeigt. Deswegen glaube ich, dass er auf einem sehr guten Weg ist."

Costa und Choupo-Moting in der Joker-Rolle

Während man beim 45-Millionen-Mann also weiter auf den großen Durchbruch wartet, sind die Erwartungen bei Costa (fehlender Spielrhythmus) oder Choupo-Moting (starke direkte Konkurrenz durch Robert Lewandowski und Thomas Müller) ohnehin geringer. Beide wurden als Joker geholt und erfüllen diese Rollen. Beim Brasilianer hätte man laut Flick zudem gewusst "dass er eine Zeit lang braucht, um wieder ranzukommen", so der Bayern-Coach bei "Sky".
Dann wäre da noch Nianzou Kouassi. Der junge Franzose hat gerade einmal 21 Einsatzminuten auf dem Konto. Dies liegt aber nicht an seiner Leistung, sondern an Verletzungen (zunächst Oberschenkelblessur, aktuell Muskelbündelriss). Ist er wieder fit, dürfte er mittelfristig häufiger im Kader stehen.
Generell beklagte Flick den Mangel an Trainingseinheiten, die durch den vollen Spielplan in dieser Saison oft wegfallen. "Es fehlt an Trainings, in denen wir ihnen die Philosophie vermitteln, die Ideen vorstellen“, erklärte der Trainer die Startprobleme der Neuzugänge.

Bouna Sarr und Marc Roca enttäuschten

Besonders schwierig gestaltet sich offenbar die Entwicklung bei Roca und Sarr, die beide eigentlich als Verstärkung für die Defensive geholt wurden. Auch wenn Flick betonte, beide bekämen ihre Einsätze, muss man sich doch fragen, wann genau das passieren soll. Roca stand nur zwei Mal in der Bundesliga auf dem Platz.
Sein französischer Teamkollege durfte immerhin schon drei Ligaspiele über die volle Distanz absolvieren. Sarr sei zudem nur wegen einer Verletzung nicht im Kader gewesen, erklärte Flick dessen Fehlen beim jüngsten 5:2-Erfolg gegen Mainz.
Roca erhielt zwar Lob von Flick für Technik und Einstellung. Dies sei aber keine Stammplatzgarantie, so der 55-Jährige: "Die Situation, ihn einzubauen, hat sich einfach noch nicht ergeben. Wir hatten noch nicht allzu viele Trainingseinheiten mit dem kompletten Kader."
Der defensive Mittelfeldspieler brauche einfach Zeit, "um die Abläufe zu kennen".

Matthäus kritisiert Münchener Kadertiefe

Lothar Matthäus sieht beim Kader allerdings Probleme auf die Münchner zukommen, sollten sich einige der Stammspieler verletzen. Dann wäre "wenig adäquater Ersatz da", so der Rekord-Nationalspieler in seiner "Sky"-Kolumne. Gegen Borussia Mönchengladbach (Freitag, 20:30 Uhr) könnte nach Informationen der "Bild" beispielsweise Serge Gnabry fehlen.
Im Dezember mussten die Bayern zudem schon Mittelfeldchef Joshua Kimmich ersetzen und hatten damit Probleme. Flick habe nur 14 Top-Spieler zur Verfügung, was danach komme "ist in der Breite allerdings qualitativ nicht so stark wie die Bank von Borussia Dortmund oder RB Leipzig", schrieb Matthäus.
Das sei zwar nicht unbedingt schlecht, aber: "Mir fällt nur auf, dass sie auch in dieser Saison einen absoluten Weltklasse-Kader haben, der jedoch ab der Nummer 15 deutlich abfällt."
Um das zu ändern und auch in allen Wettbewerben bis zum Ende wieder ein Wörtchen mitzureden, müssten die Neuzugänge beim FC Bayern langsam ankommen und ihre vollen Leistungen abrufen.
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