FC Bayern: Quartett um Süle und Coman könnte den Rekordmeister noch vor der neuen Saison verlassen
Der FC Bayern hat bereits zweimal auf dem Transfermarkt zugeschlagen, Sportvorstand Hasan Salihamidzic verlieh dem aktuellen Kader jüngst das Prädikat "exzellent". Allerdings könnte sich aufseiten der Abgänge in diesem Sommer noch etwas tun, um gleich mehrere FCB-Stars ranken sich hartnäckige Wechsel-Gerüchte. Wer könnte dem deutschen Rekordmeister schon bald den Rücken kehren?
Bayern-Profis Coman, Tolisso und Süle (v.l.n.r.)
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Hasan Salihamidzic ist dieser Tage ein gefragter Mann: Während der Ball an der Säbener Straße noch bis zum 7. Juli ruht und Trainer Julian Nagelsmann sich in seiner neuen Wahlheimat einlebt, agiert Salihamidzic im Vorfeld der neuen Saison als Sprachrohr des Klubs.
"Brazzo" gibt bereitwillig Interviews, in denen er beispielsweise ein Sané'sches "Jahr der Wahrheit" ankündigt, über ein wohlverdientes Gläschen Wein sinniert, wie jüngst im "Kicker" - oder schlicht die Lage auf dem Transfermarkt einschätzt.
Letzteres tat der 44-Jährige unlängst im Gespräch mit der vereinseigenen Webseite. Der Rekordmeister habe seine "Hausaufgaben diesmal früh erledigt", sagte Salihamidzic mit Blick auf die bereits feststehenden Neuzugänge Dayot Upamecano (RB Leipzig) und Omar Richards (FC Reading).
Man sei dementsprechend zwar "top aufgestellt", den Transfermarkt wolle man aber natürlich bis zur Schließung des Wechselfensters nicht aus dem Blick verlieren. "Allerdings haben wir wegen Corona in diesem Sommer klare wirtschaftliche Limits und können uns auch nur innerhalb dieser Limits bewegen", erklärte der Bosnier weiter.
Ein munteres Geldausgeben ist von den Münchnern also derzeit nicht zu erwarten. Es sei denn, die Bayern-Kassen füllen sich im Laufe des Sommers durch Spielerverkäufe.
Sollten nach den langjährigen Leistungsträgern Jérôme Boateng, David Alaba und Javi Martínez weitere Stars die bayrische Landeshauptstadt verlassen, wäre der Klassenprimus gezwungen, nachzujustieren. Ein Szenario, das nicht gänzlich unrealistisch ist, werden doch gleich mehrere Stammkräfte mit einem Abgang in Verbindung gebracht.
Niklas Süle
Niklas Süle ist derzeit das Gegenteil von Salihamidzic - während der Bayern-Boss den Kommunikator gibt, mimt der ehemalige Hoffenheimer den großen Schweiger. Anders als seine 25 Nationalmannschaftskollegen, die auf Pressekonferenzen oder in Medienrunden Rede und Antwort standen, trat Süle im Rahmen der EM kein einziges Mal in Erscheinung.
Der 25-Jährige ist nicht unbedingt für seine Medienpräsenz bekannt, im Vorfeld des Turniers, das letztlich sowohl für das DFB als auch für Süle persönlich (nur ein Kurzeinsatz) enttäuschend endete, spielte Bundestrainer Joachim Löw wenig subtil auf Fitnessrückstände des Verteidigers an.
Nicht verwunderlich, hatte Süle in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen. Nach überstandenem Kreuzbandriss, den Süle sich im Oktober 2019 zugezogen hatte, verpasste der Innenverteidiger aufgrund einer Corona-Infektion, eines Muskelfaserrisses und muskulären Beschwerden insgesamt 19 Pflichtspiele.
Zudem steht hinter seiner Zukunft aktuell noch ein großes Fragezeichen. Süle, der so verheißungsvoll beim FC Bayern begonnen hatte und berechtigterweise als Abwehrchef der Zukunft gehandelt wurde, vermochte nach seiner schwerwiegenden Verletzung nur noch selten zu überzeugen, Boateng und Alaba bildeten unter Coach Hansi Flick ein unumstrittenes Abwehr-Duo.
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Niklas Süle will gegen Frankreich bei 100 Prozent sein
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Obwohl die beiden Defensivspezialisten fortan nicht mehr zur Süle-Konkurrenz zählen, gilt ein Stammplatz für den gebürtigen Frankfurter längst nicht als gesichert. Bei einem passenden Angebot dürfe Süle den Klub sogar verlassen, wurde zuletzt übereinstimmend berichtet.
Der Grund: Da Süles Vertrag nur noch bis 2022 gültig ist und die Gespräche über eine mögliche Verlängerung sehr schleppend verlaufen, wäre das aktuelle Sommer- sowie das kommende Wintertransferfenster die letzte Möglichkeit, eine Ablöse zu generieren. Dass Süle - ähnlich wie David Alaba - in sein letztes Vertragsjahr geht und im Anschluss ablösefrei zu haben wäre, ist keine Option.
Wohin könnte Süle wechseln? Er selbst verriet in einem Gespräch mit "DAZN", dass er von einem Engagement in der Premier League träumt: "Das ist eine der Ligen, in denen ich unbedingt mal spielen will." Passend, dass mit dem FC Chelsea ausgerechnet ein Schwergewicht von der Insel Interesse bekundete. Die Avancen der Blues sollen in letzter Zeit aber abgenommen haben.
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Niklas Süle vom FC Bayern München
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Sollte es Süle dennoch in seine Wunschliga ziehen, müssten die Bayern aufrüsten. Derzeit stehen neben ihm mit Upamecano und Lucas Hernandez lediglich zwei gestandene Innenverteidiger zur Verfügung, komplettiert wird die Innenverteidiger-Riege von den beiden Talenten Tanguy Nianzou und Chris Richards, der nach erfolgreicher Leihe bei Hoffenheim zunächst zurückkehrt.
Laut "Kicker" soll allerdings erst im August eine Entscheidung bezüglich der Zukunft des US-Amerikaners fallen. Hoffenheim hofft indes auf einen erneuten Deal. Benjamin Pavard, der unter Flick hauptsächlich als Rechtsverteidiger agierte, dürfte nur im Notfall ins Zentrum rücken.
Das 17-jährige Juwel Justin Che, das kürzlich nach einer Leihe beim FCB zurück zum FC Dallas beordert wurde, genießt bei den Verantwortlichen hohes Ansehen. Eine Rückholaktion nach München könnte allerdings erst im Winter bewerkstelligt werden.
Bouna Sarr
Der Franzose fand im vergangenen Sommer als Last-Minute-Transfer für acht Millionen Euro den Weg nach München, avancierte in seiner ersten Saison aber nicht zur erhofften Hilfe auf der Rechtsverteidigerposition. Lediglich achtmal kam der Außenbahnspieler von Olympique Marseille unter Flick in der Bundesliga zum Einsatz, überzeugende Auftritte verbuchte Bouna Sarr dabei jedoch nicht.
Flick baute nicht einmal auf Sarr, als der etatmäßige Rechtsverteidiger Pavard zwischenzeitlich ausgefallen war, sondern vertraute auf den gelernten Innenverteidiger Süle.
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Bouna Sarr - FC Bayern München
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Aufgrund der mäßigen Leistungen wird Sarr einem Bericht der "Sport Bild" zufolge als Verkaufskandidat gehandelt. Der 29-Jährige dürfte den Verein bei einer entsprechenden Offerte nach einem Jahr wieder verlassen, auch ein Leihgeschäft steht demnach im Raum.
Sarrs Vertrag bei den Bayern läuft noch bis 2024, nach "Sport1"-Informationen könnte er sich einen Wechsel zu einem Klub, der ihm größere Aussichten auf Spielzeit einräumt, durchaus vorstellen. Dass Neu-Trainer Nagelsmann, der in Leipzig regelmäßig auf eine Dreierkette baute, sich vehement für einen Verbleib Sarrs ausspricht, gilt indes als unwahrscheinlich.
Corentin Tolisso
Folgt auf den vorzeitigen Abschied mit Frankreich bei der EM ein vorzeitiger Abschied aus München? Tolisso, der 2017 für die stattliche Ablöse von 41,5 Millionen Euro aus Lyon in die Isar-Metropole gewechselt war, fand (auch aufgrund diverser Verletzungen) unter Flick nicht mehr in die Spur, der Nationalspieler verbuchte lediglich 24 Pflichtspieleinsätze in der abgelaufenen Spielzeit.
In den vergangenen Monaten rankten sich diverse Gerüchte um einen Abgang des Mittelfeldmannes, dessen Vertrag im Sommer 2022 ausläuft. Ähnlich wie bei Süle gilt daher die Devise: Entweder verlängern oder zeitnah verkaufen, um das eigene Konto zu füllen. Wie der "Kicker" und die "Bild" Mitte Juni berichteten, tendieren die Verantwortlichen eher dazu, den 26-Jährigen abzugeben.
Eigentlich hatten die FCB-Protagonisten darauf gehofft, dass Tolisso sich bei der Europameisterschaft mit guten Leistungen ins Schaufenster stellen könnte, jedoch durfte er einzig im Gruppenspiel gegen Portugal (2:2) von Beginn an ran, nachdem es gegen Deutschland und Ungarn nur zu Kurzeinsätzen gereicht hatte.
Das Ausscheiden der Équipe Tricolore im Achtelfinale gegen die Schweiz (7:8 nach Elfmeterschießen) verfolgte er über die gesamte Distanz von der Bank aus. Kein herausragendes Bewerbungsschreiben.
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Corentin Tolisso trainiert wieder mit dem Ball
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Wenn von möglichen Interessenten berichtet wurde, tauchte stets der Name Juventus Turin auf. Die Alte Dame soll bereits vor Tolissos Wechsel nach München ihren Hut in den Ring geworfen haben, im Sommer sollte ein erneuter Anlauf unternommen werden.
Doch ein Mittelfeld-Stratege, der bei der EM bislang mehr zu überzeugen wusste, könnte einen Transfer scheitern lassen: Manuel Locatelli von der US Sassuolo steht auf Juves Wunschliste dem Vernehmen nach ganz oben.
Ein angeblich offizielles Angebot des FC Arsenal für Locatelli, das von Sassuolo-Boss Giovanni Carnevali kommuniziert worden war, wurde von den Gunners dementiert, eine Einigung mit Juventus gibt es aber ebenfalls noch nicht.
Tolissos Zukunft ist also ungewisser denn je. Dass Juventus gleich zwei Spieler mit einem ähnlichen Profi verpflichtet, erscheint abwegig. Nehmen die Bianconeri Abstand von einem Transfer, müssten die Bayern und Tolisso nach Alternativen umschauen.
Kingsley Coman
Kingsley Coman ist seit Jahren fester Bestandteil der Münchner Stammbelegschaft, im Sommer 2020 krönte der Franzose seine Bayern-Zeit mit dem entscheidenden Treffer im Finale der Champions League gegen Paris Saint-Germain (1:0).
Nachvollziehbar, dass der FC Bayern den Flügelflitzer langfristig binden möchte. Doch die Verhandlungen um einen neuen Vertrag gestalten sich kompliziert, Coman soll deutlich mehr Geld fordern als bislang vonseiten seines Arbeitgebers offeriert.
Ein Vorgehen, das bei den Bayern für Unverständnis sorgt. "Der FC Bayern wird sich immer bei jedem Profi strecken, aber nie das Gesamtgefüge gefährden", sagte Salihamidzic dem "Kicker". Heißt: Utopischen Vorstellungen wird nicht entsprochen, das hat der Verein bereits in den Gesprächen mit Alaba deutlich gezeigt.
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Kingsley Coman vom FC Bayern
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Im Gegensatz zu Süle und Tolisso besitzt Coman aber noch einen Vertrag bis 2023, eine schnelle Entscheidung ist also nicht so dringend wie im Falle besagten Duos. Folglich geben sich die Bayern bei Coman entspannt.
"Ich denke, dass auch hier die wirtschaftliche Obergrenze nicht verlassen werden", sagte Ehrenpräsident Uli Hoeneß bei "MagentaTV" und schob nach: "Wenn er es am Ende nicht akzeptiert, dann muss man auch konsequent sein als Verein."
Heißt: Sollte Coman nicht einlenken, muss der Serienmeister über einen Verkauf nachdenken. Tatsächlich soll es bereits derlei Planspiele geben, doch die angeblich geforderte Ablösesumme für Coman dürfte potenzielle Interessenten in Corona-Zeiten abschrecken.
Laut "Sport Bild" wären die Münchner erst bei einem Angebot über 90 Millionen Euro gesprächsbereit, "Sky" geht sogar von einem dreistelligen Millionenbetrag als Schmerzgrenze aus.
Dass ein Verein bereit ist, eine derart hohe Summe auf den Tisch zu legen, ist kaum vorstellbar. Der zahlungskräftige Spitzenklub Manchester United, der Coman angeblich als Plan B im Falle eines Scheiterns bei BVB-Star Jadon Sancho ausgemacht hatte, verpflichtete vergangene Woche seine Wunschlösung, weshalb der Münchner nunmehr kein Thema mehr bei den Red Devils ist.
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Kahn gibt Update: Das ist der Stand bei Goretzka und Coman
Quelle: Perform
Die weitere Option neben einer Verlängerung und einem baldigen Verkauf wären also: Coman steht auch in der kommenden Saison zur Verfügung, im Sommer 2022, also mit nur noch einem Jahr Restlaufzeit würde man die Karten neu mischen. Die Ablöse würde sich deutlich reduzieren, was viele dankbare Abnehmer auf den Plan riefe.
Fein, Cuisance, Zirkzee, Batista Meier
Adrian Fein (PSV Eindhoven), Michael Cuisance (Olympique Marseile), Joshua Zirkzee (Parma Calcio) und Oliver Batista Meier (SC Heerenveen) kehren von ihren jeweiligen Leihstationen zurück nach München, allzu lange dürfte der Aufenthalt aller Voraussicht nach aber nicht dauern.
Laut "Sport Bild" steht das Quartett auf der Verkaufsliste der Bayern. Fein setzte sich unter PSV-Trainer Roger Schmidt nicht durch, kam nur zweimal über 90 Minuten zum Einsatz.
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Michael Cuisance - Olympique Marseille
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Cuisance überzeugte in Marseille auch nicht vollumfänglich, die Franzosen ließen eine Kaufoption über 18 Millionen Euro verstreichen.
Zirkzee erlebte in Italien ein halbes Jahr zum Vergessen. Der Niederländer spielte nur 108 Minuten und erzielte kein Tor. Am Ende der Saison musste sein Leihklub den bitteren Gang in die Zweite Liga antreten. Seine ehemalige Rolle als Lewandowski-Backup nimmt mittlerweile Eric Maxim Choupo-Moting ein.
Auch Batista Meier hat keine Zukunft in München. Nach seiner Leihe in Heerenveen trainiert der 20-Jährige aktuell mit der zweiten Mannschaft des FCB, in der Regionalliga möchte der Offensivmann aber nicht versauern. Einem Bericht der "Sport Bild" zufolge strebt Batista Meier einen Bundesliga-Wechsel an.
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Kahn verrät: Das sind meine größten Herausforderungen als Bayern-Boss
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