FC Bayern München: Frankreichs WM-Finalpleite mit Folgen - Julian Nagelsmann ist mehr gefragt denn je

Gleich 16 Nationalspieler schickte der FC Bayern München zur WM nach Katar. Letztlich endete die Endrunde jedoch für fast alle Fahrer mit einer Enttäuschung. Besonders hart traf es dabei die französischen Stars, die im Finale gegen Argentinien denkbar knapp am Titel vorbeischrammten. Nun ist Bayern-Trainer Julian Nagelsmann mehr denn je gefragt. Dem 35-Jährigen bleibt jedoch nicht viel Zeit.

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Quelle: Perform

Dass Freud und Leid im Sport oft nah beieinanderliegen, ist hinlänglich bekannt. Im WM-Finale von Katar wurde dies einmal mehr deutlich.
Nur wenige Meter entfernt von den völlig niedergeschlagenen Franzosen, brachen bei der argentinischen Nationalmannschaft nach dem dramatischen 7:5-Sieg (3:3, 2:2, 2:0) nach Elfmeterschießen alle Dämme.
Mittendrin im Wechselbad der Gefühle im Lusail Iconic Stadium war Bayern Münchens Kingsley Coman, dem eine tragende Rolle im Endspiel zuteil wurde. Der 26-Jährige belebte das Offensiv-Spiel des Titelverteidigers merklich und wäre um ein Haar nach starker Vorarbeit für Randal Kolo Muani zum Finalhelden avanciert - doch es sollte ganz anders kommen.
Im Elfmeterschießen scheiterte Coman an Argentiniens Schlussmann Emiliano Martínez und wurde damit wie sein Teamkollege Aurélien Tchouaméni, der neben das Tor schoss, zum Unglücksraben.
"Nach einem verlorenen Endspiel geht es darum, wieder aufzustehen und weiterzumachen. Alle Spieler können insgesamt sehr stolz auf ihre Leistungen sein", appellierte Bayern Münchens Vorstandschef Oliver Kahn via Twitter und versah seinen Post mit den Schlagwörtern #MiaSanMia und #WeiterImmerWeiter.
Eine schöne Geste, auch wenn sie für Coman und seine Leidensgenossen nur ein schwacher Trost gewesen sein dürfte.

Coman nach Elfer-Fehlschuss rassistisch beleidigt

Zumal bei Weitem nicht alle Social-Media-User einen ähnlich positiven Ton gegenüber Coman anstimmten. Im Gegenteil: Der Flügelflitzer wurde auf seinem Instagram-Kanal mehrfach rassistisch beleidigt.
Der FC Bayern reagierte umgehend auf jene Anfeindungen und verurteilte diese "aufs Schärfste". "Die FC Bayern-Familie steht an deiner Seite, lieber King - Rassismus hat weder im Sport noch in unserer Gesellschaft Spielraum", ließen die Münchner bei Twitter verlauten.
Der deutsche Rekordmeister wird auch in den kommenden Wochen und Monaten alle Hände voll zu tun haben, Kritik abzublocken und seine Nationalspieler wieder aufzubauen. Kein einfaches Unterfangen, immerhin endete das Turnier in Katar für fast alle der 16 WM-Fahrer des FC Bayern - darunter sieben Deutsche - mit einer Enttäuschung.

Pavard: Bei Frankreich nur noch außen vor

Am frischesten ist die Wunde selbstverständlich bei den französischen Nationalspielern Coman, Dayot Upamecano, Lucas Hernández und Benjamin Pavard. Speziell Letztgenannter erlebte eine WM zum Vergessen.
Dabei durfte der 26-Jährige bei Frankreichs 4:1-Auftaktsieg gegen Australien rechts hinten in der Viererkette starten. Allerdings gab er nicht zuletzt beim Gegentreffer keine gute Figur ab, woraufhin ihn Trainer Didier Deschamps aus der Startelf verbannte.
"Ich habe mehrere Gespräche mit ihm geführt und bin der Meinung, dass er nicht in der besten Verfassung ist", erklärte Deschamps seine Entscheidung und führte weiter aus: "Ich werde nicht ins Detail gehen, aber ich habe die Entscheidung getroffen, dass er nicht spielt."
Dies änderte sich auch bis zum Finale gegen Argentinien nicht mehr, weshalb Holger Badstuber dem Verteidiger exklusiv bei Eurosport.de einen Rat gab: "Er sollte sich daran erinnern, was er in der Vergangenheit geleistet hat, wie viele Titel er schon gesammelt hat und wie oft er Teil einer erfolgreichen Mannschaft war. Er ist und bleibt ein sehr guter Spieler, diese Gewissheit sollte ihm Selbstvertrauen geben."
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Benjamin Pavard sitzt nur noch auf der Ersatzbank

Fotocredit: Getty Images

Pavard: Kahn-Schelte wegen Wechsel-Absichten

Jedoch ist die Situation für den ehemaligen Stuttgarter auch beim FC Bayern nicht recht viel besser.
Pavard liebäugelt seit geraumer Zeit öffentlich mit einem Abschied von der Säbener Straße und soll sich einem Bericht der "Sport Bild" zufolge bereits dazu entschieden haben, seinen bis 2024 datierten Kontrakt nicht zu verlängern, sondern stattdessen einen Transfer im Sommer anzustreben.
Von Kahn gab es nach jenen offensiven Aussagen bei "Sky" zuletzt eine Schelte: "Bei uns kann keiner seinen Abgang mit Aussagen einleiten, schon gar nicht in der Öffentlichkeit."
Immerhin kann sich Pavard auf Länderspielebene damit trösten, dass er bereits vor vier Jahren den WM-Pokal mit der Grande Nation gewann - im Gegensatz zu Dayot Upamecano.
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Bayern-Coach Julian Nagelsmann mit Benjmain Pavard

Fotocredit: Imago

Nagelsmann als Psychologe gefragt

Der 24-Jährige war in Katar in der Abwehrzentrale gesetzt und absolvierte auch im Finale die kompletten 120 Minuten. Umso enttäuschter wird auch Upamecano nach München zurückkehren.
Ähnlich wird die Stimmungslage bei Lucas Hernández sein, der sich in der Auftaktpartie gegen Australien einen Kreuzbandriss zuzog und in dieser Saison höchstwahrscheinlich gar nicht mehr zum Einsatz kommen wird.
Auf Bayern-Coach Julian Nagelsmann und seine Bosse wartet somit viel Arbeit. Der Meistertrainer ist nun mehr denn je als Psychologe gefragt, um die jüngsten Rückschläge seiner Schützlinge in Katar aufzuarbeiten und sie schnellstmöglich für die anstehenden Aufgaben zu motivieren. Joshua Kimmich etwa verriet nach dem WM-Aus der DFB-Elf, dass er "Angst habe, in ein Loch zu fallen." Dem gilt es nun entgegenzuwirken.
Schließlich geht es im neuen Jahr Schlag auf Schlag: Am 6. Januar fliegen die Bayern ins Trainingslager nach Katar, ehe der Tabellenführer bereits zwei Wochen später zum Rückrundenstart auswärts in Leipzig ran muss (20:30 Uhr im Liveticker).
Viel Zeit für Aufbauarbeit bleibt Nagelsmann somit nicht.
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Quelle: Eurosport

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