Tour de France 2024 - Primoz Roglic exklusiv zu den Plänen mit Bora-hansgrohe: Es gibt ein glasklares Ziel

Primoz Roglic will 2024 in den elitärsten Kreis des Radsports aufgenommen werden und seinen Namen in die Siegerliste der Tour de France einfügen. Der Wechsel von Jumbo-Visma zu Bora-hansgrohe ist der erste Schritt auf diesem Weg. "Ich bin hier, weil ich das Team führen möchte", sagt Roglic im Exklusiv-Interview mit Eurosport. Aus dieser Position heraus will der 34-Jährige den Traum wahr machen.

Von Gelb zu Grün: Roglic über den Neustart bei Bora-hansgrohe

Quelle: Eurosport

Primoz Roglic hat einen ganz klaren Plan. Der Slowene will seine Grand-Tour-Sammlung komplettieren. Im vergangenen Jahr gewann er den Giro d'Italia, von 2019 bis 2021 dreimal in Serie die Vuelta a España.
Bei der Tour de France steht bislang ein zweiter Platz zu Buche, an den Roglic bittere Erinnerungen hat. 2020 ging er als Gesamtführender mit 57 Sekunden Vorsprung in die vorletzte Etappe, ein Einzelzeitfahren, das wie auf ihn zugeschnitten schien. Dann der Einbruch: Roglic verlor fast zwei Minuten auf den späteren Champion Tadej Pogacar.
Gelb war weg, der Traum zerplatzt - aber nicht aufgegeben. "Ich fokussiere mich auf die Tour. Das Ziel ist es, sie zu gewinnen", stellt der 34-Jährige nun im Gespräch mit Eurosport-Experte Jens Voigt im Trainingslager auf Mallorca klar. Nicht zuletzt deshalb hat Roglic die Farben getauscht.
Im Oktober vergangenen Jahres sorgte die Meldung, dass der Radstar den gelben Jumbo-Dress abgibt und ins grüne Bora-hansgrohe-Hemd wechselt, für Aufsehen in der Szene. Teamchef Ralph Denk sprach von einem "Meilenstein", Roglic sei "genau das, was uns noch gefehlt hat". Denk ließ schon damals keinen Zweifel daran, wohin die Reise mit dem Neuzugang gehen soll. Man werde "den Tour-Sieg zumindest in Angriff nehmen".

Roglic unmissverständlich: "Wollen das beste Team werden"

Die Vorgabe ist genau im Sinne von Roglic, der kurz vor Saisonstart sagt: "Wir hatten sofort eine Übereinstimmung darin, worum es gehen soll und wofür wir arbeiten. Wir wollen das beste Team werden." Und zwar mit Roglic als unumstrittenem Tour-Kapitän.
Der Wechsel zum bayrischen Rennstall Bora-hansgrohe sei allerdings kein Schnellschuss gewesen. "Ich habe mir das ein Jahr lang durch den Kopf gehen lassen", erklärt der Routinier. Dann sei es "einfach" gewesen, ja zu sagen. Das Alter habe dabei eine entscheidende Rolle gespielt.
"Es ist Zeit für eine neue Herausforderung. Ich bin nicht mehr 24, sondern 34. Das (der Wechsel, A.d.R.) hält mich am Laufen, was am wichtigsten für mich ist. Es kommt mir sehr gelegen, dass ich diesen Schritt machen konnte", führt Roglic aus.
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Roglic im Exklusiv-Interview: "Ich will mehr von jedem Einzelnen"

Quelle: Eurosport

Seine Aufgabe in der neuen Équipe betrachtet er als eine allumfassende. "Es ist für mich eine Ehre, in dieser Position zu sein und ich werde versuchen, alle voranzubringen. Die Fahrer, die Mechaniker, die Ernährungsberater, die Soigneurs, Sportdirektoren. Ich bin ja nicht nur hierher gekommen, um auf mich selbst zu schauen."

Aldag schwärmt von Roglic: "Er ist ein Vorbild"

Eine Einstellung, die bereits Früchte trägt, wie Rolf Aldag im Eurosport-Interview hervorhebt. "Primoz war in jedem Camp präsent und du siehst, wie die anderen sich an ihm aufbauen und schauen: Was macht Primoz und wo stehen wir? Er ist ein Vorbild. Er ist pünktlich beim Essen, bei der Abfahrt, trägt korrekte Kleidung. Primoz hält die Dinge simpel. Das ist für ganz viele ein Lerneffekt", so der Sportliche Leiter des Teams.
"Primoz ist erfolgreich, stellt Erfolg dar. 2023 hat er bis zur Vuelta jedes Rennen gewonnen, bei dem er gestartet ist. Es ist wie bei einem Schneeball. Er bringt Sachen ins Rollen, die größer und größer werden, er nimmt mehr und mehr Leute mit. Es ist für uns super cool, dass man nicht mehr auf extern zeigen muss. Nein, wir haben jetzt jemanden, der das lebt und praktiziert. Primoz ist einfach einer der besten Rennfahrer der Welt", lobt Aldag.
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Aldag mit exklusiven Einblicken: "Roglic sorgt für Schneeballeffekt"

Quelle: Eurosport

Roglic selbst hegt die Hoffnung, dass ihm die uneingeschränkte Leader-Rolle bei Bora-hansgrohe das Leben etwas leichter macht. "Das Wichtigste von meiner Seite ist es, so viele Leute wie möglich zu haben. Das betrifft die Fahrer um mich herum, aber auch die ganzen Teammitglieder - Leute, die alle auf derselben Seite sind und denselben Blickwinkel auf die Dinge haben."

Vingegaard, Pogacar, Evenepoel - harter Fight für Roglic

Bei Jumbo war dies zuletzt nicht der Fall. Roglic musste sich über die Saison seine Führungsrolle teilen, vor allem mit Jonas Vingegaard.
Der Däne triumphierte infolgedessen bei der Tour de France, Roglic holte zuvor den Giro. Bei der Vuelta im Herbst war es dann Teamkollege Sepp Kuss, der am Ende das Rote Trikot trug.
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Sepp Kuss (Rotes Trikot) fährt Arm in Arm mit seinen Teamkollegen Jonas Vingegaard (l.) und Primoz Roglic dem Ziel der 20. Vuelta-Etappe entgegen

Fotocredit: Getty Images

Mit Bora-hansgrohe will er nun bei der Tour den einstigen Kollegen Vingegaard entthronen. Eine Riesenaufgabe, zumal das Feld der heißen Titelanwärter durch Pogacar (UAE Team Emirates) und Remco Evenepoel (Soudal Quick-Step) erweitert wird.
"Das ist doch wunderschön, ich hoffe, dass alle zur Tour kommen. Das ist das Beste für den Radsport", sieht Roglic die harte Konkurrenz positiv. Und auch der Streckenführung der "Großen Schleife" durch Frankreich kann der Slowene viel abgewinnen.

Roglic blickt auf Tour 2024: "... dann geht es auf den Galibier"

"Das Entscheidende ist das Zeitfahren auf der 21. Etappe, es ist die letzte. Ein hartes Zeitfahren von Monaco nach Nizza. Aber wir haben auch eine Menge harte Berge in der letzten Woche", so Roglic. "Selbst zu Beginn der Tour ist es mit den Hügeln auf den ersten beiden Teilstücken sofort ein harter Kampf. Ich denke, die dritte Etappe wird ein Sprint, aber dann geht es auf den Galibier, gefolgt von einer Schotteretappe, die es noch spannender machen wird."
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De Florence à Nice : le parcours complet du Tour de France 2024

Quelle: Eurosport

Roglic sieht sich bestens gewappnet für die Saison, auch, weil er im Winter Zeit hatte, sich in seinem anderen geliebten Element auszutoben. "Ich war zweimal Skifahren. Einmal nach langer Zeit wieder mit dem Team in Sölden, dann neun Tage lang mit der ganzen Familie in Tignes. Eine wunderschöne Zeit", erzählt der Slowene, der vor dem Radsport bereits eine etwas kürzere Karriere als Skispringer hingelegt hatte. Er sei sein ganzes Leben dem "Schnee hinterhergejagt" und liebe es noch immer.

Roglic scherzt: "Ich hatte genug Sprünge"

Immerhin: Befürchtungen, Roglic, der zwei Continental-Cup-Wettbewerbe gewann, könne ob des Anblicks von Schanzenanlagen noch einmal schwach werden und seine Gesundheit riskieren, muss Bora-hansgrohe nicht haben.
"Skispringen ist nicht der Sport, den man als Amateur betreibt", betont der dreimalige Vuelta-Sieger auf Voigts Nachfrage. "Sich die Ski zu schnappen und zu sagen 'ich springe jetzt mal ein bisschen', das wird nicht funktionieren. Ich hatte genug Sprünge, bin glücklich darüber - und genieße es jetzt, auf dem Rad zu sitzen."
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Kämna exklusiv: "Roglic hat sich gut integriert"

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