Vuelta: Wout van Aert mit Kampfansage Richtung Tadej Pogacar im Kampf ums Grüne Trikot - "Lasst es uns versuchen!"

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Wout van Aert war der große Animator der 7. Vuelta-Etappe. Fast hätte es für den Belgier bei der ersten Bergankunft dieser Spanien-Rundfahrt zu einem Start-Ziel-Sieg gereicht: Der Visma-Kapitän ging vom ersten Meter an in die Attacke und sorgte mit vollem Einsatz dafür, dass die Ausreißer dieses Teilstück unter sich ausmachen konnten. Zum Triumph reichte es zwar nicht, für eine Kampfansage schon.

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Quelle: Eurosport

Denn auch wenn van Aert als Dritter den Tagessieg verpasste, war die Bilanz im Ziel auf fast 2000 Metern Höhe nach den 150 Kilometern positiv. Denn der 31-Jährige hatte sich unterwegs den Zwischensprint sichern können und sammelte bei der Ankunft in Aramón Valdelinares weitere Zähler für die Punktewertung.
Genug, um den dreifachen Etappensieger Tadej Pogacar in diesem Klassement zu entthronen, nachdem er das Grüne Trikot am Morgen nur als Stellvertreter für den Slowenen übergestreift hatte.
Zwar zeigte sich van Aert im Eurosport-Interview zuerst selbstkritisch, er habe möglicherweise zu viel Kraft unterwegs investiert, um die Gruppe vorne zu halten und er "bereue es etwas, dass ich nicht Selbstvertrauen für den Schlussanstieg hatte. Unterwegs dachte ich mir, es wäre gut, die Punkte beim Zwischensprint einzustreichen und dann einen möglichst großen Vorsprung zu haben, um mindestens in den Top 5 zu landen", so der Belgier.
Am Schlussanstieg habe er "gesehen, dass viele der anderen auch richtig müde waren. Vielleicht hätte ich es etwas schlauer angehen sollen. Ich habe mich unterschätzt", so seine Analyse der Etappe.
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Wout van Aert im Grünen Trikot bei der Vuelta 2026

Fotocredit: Getty Images

Doch das größere Bild stellt sich durchaus positiv dar: Denn der Allrounder hat gezeigt, dass er am Berg mithalten kann. Ein ausgewiesener Rundfahrtspezialist wie Tobias Johannessen, Tour-Sechster 2025, konnte ihn erst am Ende abhängen - nachdem er zuvor kilometerlang am Hinterrad des Belgiers Kräfte hatte sparen können.

Vuelta: Van Aert hat eine Rechnung offen

Damit kann van Aert optimistisch auf die ausstehenden 14 Etappen blicken, um dort auch auf anspruchsvollem Terrain im Duell mit Pogacar punkten zu können. Egal wo der Bonussprint selbst auf schweren Etappen platziert ist, der Klassiker-Spezialist ist in der Lage, dabei Zähler zu sammeln. Wie wichtig das ist, zeigt der Blick ins Vuelta-Reglement: Der Sieg am Zwischensprint ist mit 20 Punkten ebenso lukrativ wie ein Tagessieg auf den Bergetappen.
"Ich hoffe, dass es nicht jeden Tag so viel Kraft kosten wird wie heute. Aber in der Vuelta muss man klettern können, um mit ums Grüne Trikot zu kämpfen. Die Beine sind da - also lasst es uns versuchen", gab sich van Aert nach der Übernahme der Führung in der Sonderwertung ums "maillot verde" kämpferisch.
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Van Aert selbstkritisch: "Ich habe mich unterschätzt"

Quelle: Eurosport

Schließlich hat er mit der Vuelta noch eine Rechnung offen: Bei seiner letzten Teilnahme 2024 musste van Aert die Spanien-Rundfahrt nach einem schweren Sturz im Grünen Trikot aufgeben - dabei war ihm damals der Gesamtsieg in dieser Sonderwertung schon sicher (und jener in der Bergwertung de facto auch). Die Narben jener schweren Verletzung begleiten van Aert noch heute.
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Wout van Aert nach seinem schweren Sturz bei der Vuelta 2024

Fotocredit: Getty Images

Die besondere Herausforderung für van Aert und seine Mannschaft ist bei dieser Vuelta, dass mit Matthew Brennan auch der beste Sprinter der Rundfahrt im eigenen Aufgebot steht. Bislang hat sich der Youngster bei seinen beiden Erfolgen voll auf den Support des Visma-Urgesteins verlassen können.
Vielleicht aber besetzt man die Kapitänsrolle im Sprint für die 11. oder 17. Etappe intern um. Denn diese beiden Teilstücke sind die einzigen im Verlauf der Rundfahrt, die mit 50 Punkten für den Sieger besonders hoch dotiert sind (ansonsten gibt es maximal 30 Zähler für Tagessiege).

Van Aert muss Pogacar nicht fürchten

Einen Zweikampf mit Pogacar fürchtet van Aert in keinem Fall, schließlich gehört er seit Jahren zu den wenigen Fahrern, die dem Überflieger regelmäßig im direkten Duell schmerzhafte Niederlagen haben zufügen können.
Ob bei Paris - Roubaix in diesem April, auf der Schlussetappe der Tour am Montmartre 2025, im Sprint um die E3 Saxo Classic 2023 oder den abschließenden Tour-Zeitfahren 2022 und 2021: Van Aert muss den Vergleich mit dem UAE-Dominator abseits des Hochgebirges nicht fürchten.
Das Ziel für diese Vuelta ist damit nach der Siegerehrung am siebten Renntag klar: "Ich bin zu allem bereit, um das Trikot zu verteidigen", gab van Aert zu Protokoll: "Es ist noch weit, aber wir werden es versuchen!"
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Schweigeminute für Norwegens König bei Spanien-Rundfahrt

Quelle: Eurosport


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