Der sechsmalige Skisprung-Weltmeister Markus Eisenbichler (Siegsdorf) hat die Qualifikation zum Neujahrsspringen der 70. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen und damit den Siegerscheck über 3200 Schweizer Franken (ca. 3090 Euro) gewonnen.
Eisenbichler landete am Silvestertag bei 137,0 m (144,9 Punkte) und darf ebenso wie Weltcup-Spitzenreiter Karl Geiger (Oberstdorf/135,5 m/138,4) auf Platz drei mit einem guten Gefühl auf das erste Sport-Highlight des Jahres 2022 am Samstag (ab 13:40 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1, bei Eurosport auf Joyn und im Liveticker bei Eurosport.de) blicken.
"Anscheinend passt das System ganz gut, aber ich muss mich noch ein bisschen besser reinfinden", sagte Eisenbichler bei Eurosport. Der 30-Jährige hat im ersten Flugdrittel allerdings noch Defizite: "Es fühlt sich oben extrem leer an, das bin ich nicht gewohnt. Es fühlt sich noch ein bisschen unsicher an."
Garmisch-Partenkirchen
Experten-Analyse: So brechen die Deutschen den Neujahrsfluch
31/12/2021 AM 17:52
Experte Martin Schmitt analysierte bei Eurosport: "Er liebt die Schanze. Wenn man die Quali gewinnt, das löst was aus. Ich hoffe, er kann das fürs Springen in positive Energie ummünzen. Der Grundrhythmus passt und er hat ein unwahrscheinlich feines Gespür für die Luft."

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Garmisch-Partenkirchen: Karl Geiger verspricht Attacke

In der Gesamtwertung liegt Eisenbichler als Siebter 20,9 Punkte zurück. Geiger ist Fünfter, der Rückstand auf den führenden Japaner Ryoyu Kobayashi (134,0 m/144,0), der die Quali knapp als Zweiter beendete, ist mit 6,1 Punkten im Rahmen.
"Bei mir war's besser, man musste aber echt gut springen. Es waren keine leichten Bedingungen oben am Hang", sagte Geiger bei Eurosport und versprach für Samstag Attacke: "Ich werde auf Angriff gehen."

"Sehr kräftig": Geiger katapultiert sich in der Quali in die Top drei

Die größte Quali-Weite landeten Piotr Zyla (Polen/5.) und Manuel Fettner (Österreich/8.) mit jeweils 138,5 Metern, allerdings bei besseren Windverhältnissen als die Spitzenreiter.

Garmisch-Partenkirchen: Stefan Kraft überraschend gescheitert

Weltmeister Stefan Kraft verpasste indes als 59. (119,5 m/102,9) überraschend die Qualifikation, der Österreicher muss damit wie schon der dreimalige Tournee-Sieger Kamil Stoch (Polen) in Oberstdorf alle Tournee-Hoffnungen begraben.

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Robert Johansson (Norwegen), in der Gesamtwertung nach Oberstdorf Dritter, landete mit 132,5 m (129,8) auf Platz 13.
Johanssons Landsmann Halvor Egner Granerud, zum Auftakt Zweiter, schwächelte mit Platz 27 (124,0 m/122,3). Auch Marius Lindvik (129,0 m/129,1) hielt sich als 14. zurück. So war Daniel André Tande auf Rang elf bester Norweger (131,0 m/131,1).

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Vierschanzentournee: Severin Freund mit dabei

Insgesamt sind neun DSV-Adler beim 100-Jahre-Jubiläum des Neujahrsspringens dabei. Stephan Leyhe (Willingen) platzierte sich mit einem Sprung auf 136 Meter (133,3) erneut in den Top Ten (9.).
"Durchwegs positiv", fiel daher das Fazit von Bundestrainer Stefan Horngacher im "ZDF" aus: "Das war ein super Abschluss vom alten Jahr." Eisenbichler komme laut Horngacher "immer besser in Schuss, er wird immer stabiler". Geiger habe sich "gut eingesprungen".

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Auch Severin Freund (Rastbüchl) zeigte erneut eine gute Qualifikation: In Oberstdorf zum Auftakt der Tournee schon Quali-Neunter, landete der 32 Jahre alte ehemalige Gesamtweltcupsieger mit 134,5 Metern (127,4) erneut eine gute Weite. Die Landung misslang ihm allerdings, so reichte es nur zu Rang 17.
"Die war nicht so gut", sagte Freund im "ZDF": "Es ist ein bisschen schwierig vom Licht her, die Sonne steht genau hinterm Berg. Das kann man auf jeden Fall besser machen."

"Super, Sevi!" Freund setzt das nächste Ausrufezeichen

Zudem machte Freund klar, dass er die Olympischen Winterspiele in Peking nicht unbedingt als großes Ziel vor Augen hat, weil er "Ziele immer über Emotionen definiere". Es sei mit Blick auf Peking für ihn "extrem schwer, irgendeine Art von Emotion aufzubauen". Bei ihm sei "einfach nicht das Gefühl da, dass ich sage: Da muss ich, da will ich unbedingt hin".

Garmisch-Partenkirchen: Wellinger für Wettkampf qualifiziert

Nach dem Rückschlag in der Qualifikation von Oberstdorf am Neujahrstag dabei ist auch Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding), der bei guten Windverhältnissen bei 127,0 m (112,5) landete und nach Rang 47 ein gemischtes Fazit zog. "Es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung", sagte er dem "ZDF".
Seine Sprünge seien "gleichmäßiger geworden. Ich schaffe es besser, dass ich oben die Energie in die richtige Flugposition bringe. Es ist alles noch ein bisschen verkrampft. Das Selbstvertrauen ist nicht so groß momentan, aber ich bin auch dem richtigen Weg."

"Zäh die Geschichte": Wellinger kämpft sich durch die Quali

Qualifiziert sind auch Constantin Schmid (20./131,0 m/126,7), Pius Paschke (29./129,5 m/120,0) sowie Justin Lisso (40./126,0 m/114,4) und Felix Hoffmann (45./126,5 m/112,9) aus der nationalen Gruppe.

Gudiberg: Kein deutscher Sieg seit 2002

Martin Hamann (51./122,0 m/111,1), Philipp Raimund (52./121,5 m/110,0), David Siegel (61./116,5 m/98,6) und Kilian Märkl (68./117,0 m/92,7) verpassten dagegen die Qualifikation für das Neujahrsspringen. Richard Freitag (Aue) war nicht in der nationalen Gruppe am Start, seine Leistungen waren zuletzt zu schwach.
Zum Auftakt der Tournee hatte Kobayashi in Oberstdorf vor Granerud und Johansson triumphiert. Geiger wurde zwei Plätze vor Eisenbichler Fünfter (Gesamtklassement).

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Seit Sven Hannawald am 1. Januar 2002 hat kein deutscher Springer mehr am Gudiberg gewonnen. Hannawald machte wenige Tage später auch den bislang letzten deutschen Gesamtsieg bei der Tournee perfekt.

Schmitt zu Geiger: "Jeder Sprung auf dem Niveau ist Gold wert"

"Das kann man definitiv besser machen, dann springt er nochmal drei Meter weiter", analysierte Ex-Bundestrainer Werner Schuster bei Eurosport den Sprung von Eisenbichler und meinte: "Markus ist für mich einer der Top-Favoriten morgen. Vielleicht kann er den Fluch brechen."
WER GEWINNT DIE VIERSCHANZENTOURNEE?
Eurosport zeigt alle Springen der Vierschanzentournee in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen inklusive der Qualifikation LIVE im Free-TV. Werner Schuster kommentiert mit Gerhard Leinauer, Martin Schmitt analysiert mit Birgit Nössing im Studio. Alle Springen LIVE gibt's auch bei Eurosport mit Joyn+!
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