Neue Weltordnung im Tennis - die jungen Jäger von Superstar Novak Djokovic brauchen weiterhin viel Geduld

Jannik Sinner ist nach seinem Triumph bei den Australian Open der derzeit hellste Stern am Tennis-Himmel - und einer von drei U23-Spielern in den Top 10 der Weltrangliste. Noch belegt Novak Djokovic Platz eins, nichtsdestotrotz kristallisiert sich eine neue Weltordnung im Tennissport heraus. Einen erdrutschartigen Umsturz aber wird es nicht geben. Die jungen Jäger brauchen weiterhin Geduld.

Tennis - Australian Open 2024 : Top 5 points of Men's Tournament (With Music)

Quelle: Eurosport

Es liegt in der Natur der Sache, dass der beste Tennisspieler der Welt nicht zwingend auf Platz eins im ATP-Ranking steht - zumindest nicht sofort, da die Weltrangliste immer die Ergebnisse der vergangenen 52 Wochen berücksichtigt.
Aktuell gilt Jannik Sinner als bester seines Fachs. Schon Ende vergangenen Jahres deutete sich an, dass der 22-Jährige drauf und dran ist, den entscheidenden Schritt zu machen.
In allen drei Wettbewerben schlug er Novak Djokovic, die Nummer eins im Ranking, den wohl größten Spieler, der diesen Sport jemals betrieben hat. Eine solche Häufung an Siegen gegen den Serben in so kurzer Zeit ist extrem rar und der beste Indikator für die Ausnahmeform des Südtirolers.

Kyrgios lobt Sinner: "Ein Quantensprung"

"Meine Reise verläuft ziemlich schnell", staunte Sinner in Melbourne. Kollege Nick Kyrgios sprach bei Eurosport von einem "Quantensprung", den der neue Champion hingelegt habe. "Jannik wird unaufhaltsam sein."
picture

Finale: Sinner mit Mega-Comeback gegen Medvedev - Highlights

Quelle: Eurosport

Eurosport-Experte Boris Becker ist sicher, dass der Coup beim Happy Slam Sinner durch die ganze Saison tragen wird. "Ich glaube, für ihn wird es in der Weltrangliste noch weiter nach oben gehen. Medvedev, Djokovic und Alcaraz müssen gewarnt sein", prophezeit der 56-Jährige.
Aus dem Zweikampf um Platz eins zwischen Djokovic und Alcaraz ist ein Vierkampf geworden - in dem aber immer noch der Serbe die besten Karten hat. Der Grund: Djokovic muss in den kommenden Wochen und Monaten verhältnismäßig wenig Punkte verteidigen.

ATP-Ranking - alles spricht für Djokovic

Nach dem Australian-Open-Titel 2023 gewann er rund vier Monate lang keinen Titel mehr. Die US-Masters in Indian Wells und Miami sowie jenes von Madrid spielte er nicht, in Monte-Carlo und Rom setzte es Achtelfinal- und Viertelfinal-Niederlagen. Diese Ausgangslage bietet Djokovic nun die Möglichkeit, das Punktekonto kräftig aufzustocken.
Bei seinen Verfolgern ist es eher umgekehrt. Alcaraz holte in der maßgeblichen Zeit Turniersiege in Buenos Aires, bei den Masters von Indian Wells und Madrid sowie in Barcelona. Medvedev gewann in Rotterdam, Doha, Dubai, bei den Masters in Miami und Rom.
picture

Djokovic's top 5 shots at the Australian Open

Quelle: Eurosport

Sinner wiederum feierte einen Turniersieg in Montpellier und erreichte in Rotterdam sowie Miami das Endspiel. Das Trio hat satt Weltranglistenpunkte zu verteidigen - und ist damit gegenüber Djokovic klar im Nachteil. Die neue Weltordnung im Tennis wird nicht über Nacht kommen.

Zverev träumt von Platz eins: "Was spricht dagegen?"

Das Spitzen-Quartett liegt 1545 Zähler auseinander, danach gibt es einen Bruch zu Andrey Rublev und Alexander Zverev, die 4805 beziehungsweise 4825 Punkte hinter Rang eins zurück sind. Doch auch aus diesem Bereich muss Djokovic langfristig einen Angriff befürchten.
"Ich bin jetzt wieder zurück in den Top Ten (...) Was spricht dagegen, dass ich dieses Jahr oder irgendwann doch noch die Nummer eins werde?", betonte Zverev kurz vor den Australian Open im Gespräch mit dem "Playboy".
picture

Zurück in der Weltspitze: Becker zieht positives Zverev-Fazit

Quelle: Eurosport

Zuletzt war der Hamburger in der Saison 2022 nahe dran, zum Branchenprimus aufzusteigen. Zverev stand im Halbfinale der French Open und lieferte Sandplatzkönig Rafael Nadal einen Riesenfight. Es war klar: Schlägt er den Spanier und gewinnt danach das Finale, steht sein Name hinter der Nummer eins im Ranking.
Es kam bekanntlich ganz anders: Der Olympiasieger zog sich in der Partie gegen Nadal eine schwere Bänderverletzung zu und war als Weltranglistenzweiter für lange Zeit raus aus dem Rennen.

Zverev setzt Ausrufezeichen zu Saisonbeginn

Derzeit ist Zverev Sechster, Tendenz steigend. In Melbourne bewies er zudem, dass er fast schon wieder in der Form von 2022 ist. Der klare Viertelfinalerfolg gegen Alcaraz war eines "seiner besten Grand-Slam-Matches überhaupt", griff Bruder und Manager Mischa Zverev im Eurosport-Interview ins oberste Regal. Tennis-Ikone Becker sprach schon während der Partie vom "besten Zverev", den er je gesehen habe.
picture

Mischa exklusiv zu Zverev-Aus: "Am Ende fehlte die Gesundheit"

Quelle: Eurosport

Der 26-Jährige mag noch immer ohne Major-Titel dastehen und noch nie die Nummer eins gewesen sein - er hat aber gleich zu Saisonbeginn klargemacht, dass er eine Rolle spielen kann, wenn sich die Spitze im Lauf des Jahres neu sortiert.

Anfang vom Ende? Djokovic widerspricht vehement

Djokovic wird freilich härter denn je daran arbeiten, dass genau dies nicht passiert. Das stellte der Rekord-Grand-Slam-Champion unmittelbar nach dem Aus in Melbourne klar. Die Niederlage bedeute "nicht den Anfang vom Ende, wie manche Leute es gerne nennen würden", unterstrich der Routinier.
Im Hinblick auf die Weltrangliste arbeitet die Zeit jetzt erst einmal wieder für den 36-Jährigen, so komisch das auch klingt ...
Das könnte Dich ebenfalls interessieren: Medvedev nach Melbourne-Finale: "Eine Woche lang tot"
picture

Top 5 shots Australian Open 2024 - The best from around the net

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung