Marcel Sabitzer vom Streichkandidaten zum Leistungsträger: Warum Leon Goretzka nun zittern muss

Nach einer schwachen Debütsaison beim FC Bayern galt Marcel Sabitzer lange als Streichkandidat. Doch in der Vorbereitung auf seine zweite Spielzeit überzeugte der Österreicher bei der Mission "Neuangriff". Julian Nagelsmann bezeichnete den 28-Jährigen als "Gewinner der Vorbereitung". Bei den ersten beiden Pflichtspielen stand Sabitzer in der Startelf und ist dort plötzlich nicht mehr wegzudenken.

Marcel Sabitzer - FC Bayern München

Fotocredit: Getty Images

Lange schien Konrad Laimer das letzte fehlende Teil im Transferpuzzle des FC Bayern München zu sein. Der 25-Jährige von RB Leipzig galt als Wunschspieler von Julian Nagelsmann, Laimer sollte dem Trainer im Mittelfeld neben Leon Goretzka, Joshua Kimmich und Ryan Gravenberch eine weitere Option bieten.
Nach Informationen der "Sport Bild"hatte sich der Rekordmeister mit dem Österreicher schon Anfang Juli verständigt. Eine Einigung mit dem Pokalsieger scheiterte jedoch an der Ablösesumme. Die Verhandlungen zogen sich und dürften nun nach Informationen der "AZ" für das laufende Transferfenster vollkommen eingestellt werden.
Denn mit Marcel Sabitzer spielte sich in den vergangenen Wochen ein anderer Österreicher aus der Red-Bull-Schule unerwartet in den Vordergrund. Jüngst bezeichnete Nagelsmann den 28-Jährigen als "Gewinner der Vorbereitung". In den Pflichtspielen gegen RB Leipzig (5:3) und Eintracht Frankfurt (6:1) stand der Nationalspieler in der Startelf.
Dabei galt Sabitzer wegen der Verpflichtung von Gravenberch und dem sich anbahnenden Wechsel von Laimer lange als Streichkandidat.
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Nagelsmann zur Bayern-Gala: "Sieg darf nie Normalität werden"

Quelle: Perform

Streichliste nach schwacher Debütsaison

Nach seinem Wechsel vom Cottaweg an die Säbener Straße im zurückliegenden Sommer war Sabitzer den hohen Ansprüchen nie gerecht geworden und hatte den Durchbruch bei den Bayern verpasst.
Einzig bei der 1:2-Pleite zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Mönchengladbach stand er über die volle Distanz auf dem Feld, kam insgesamt in 30 Pflichtspieleinsätzen durchschnittlich nur auf 34 Minuten. Drei Mal musste der Stratege als Außenverteidiger aushelfen, fand nicht seinen gewohnten Rhythmus.
Im November nach der 1:2-Auswärtsniederlage in Augsburg kritisierte Nagelsmann seinen ehemaligen Kapitän aus Leipziger Tagen: "In Sabi steckt viel mehr, als wir aktuell sehen." Lediglich ein Tor und eine Vorlage steuerte er in seinem ersten Jahr an der Isar bei.

Sabitzer sendet Kampfansage

Doch schon im Mai ließ Sabitzer - von Kindesbeinen an Bayern-Fan - über sein Management klarstellen, dass er keinen Abgang anstrebe. Stattdessen plante der Oberösterreicher, so Berater Roger Wittmann gegenüber "Sky", in der Vorbereitung einen "Neuangriff". Und der gelang.
Durch die Knieoperation von Leon Goretzka vor der USA-Reise wurde Sabitzer an der Seite von Joshua Kimmich in die Startelf gespült, nutzte seine Chance und beeindruckte mit einem neuen Gesicht.
"Er ist selbstbewusster", stellte Nagelsmann nach dem Sieg gegen DC United fest und lobte den Mittelfeldakteur als "einen der besten Spieler der Vorbereitung". Beim 6:2 im Audi Field belohnte er sich umgehend mit einem Treffer.
Besonders seine veränderte Spielausrichtung im Vergleich zur Vorsaison imponierte dem 35 Jahre alten Bayern-Coach: "Damals wollte er viele Bälle zurückspielen. Heute hat er versucht, Pässe ins defensive Drittel zu spielen."
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Marcel Sabitzer trennt Weltmeister Mario Götze vom Ball

Fotocredit: Imago

Sabitzer überzeugt zum Saisonauftakt

Beim 5:3-Auswärtssieg im Supercup bei Ex-Klub Leipzig bestätigte Sabitzer seine starke Form. Über die volle Spielzeit drückte er dem Auftreten der Bayern seinen Stempel auf, überzeugte mit neun Balleroberungen (zweitbester Wert hinter Lucas Hernández) und 67 Prozent gewonnener Zweikämpfe.
Besonders die "Fähigkeit, Gegenpressing-Bewegungen zu lösen" (Nagelsmann) stellte Sabitzer beim Saisonauftakt unter Beweis. Kompagnon Kimmich lobte seinen Nebenmann: "Ich spiele gerne mit ihm zusammen. Im Training ist er immer einer der Besten."
Und weiter: "Er bringt uns sehr, sehr viel - gerade in Abwesenheit von Leon Goretzka. Er gibt uns ein gewisses körperliches Spiel, ist ein intelligenter Spieler, torgefährlich, mit einem guten Torschuss", so Kimmich, der wie Kapitän Manuel Neuer als Fürsprecher von Sabitzer gilt.

Stabilisator des Offensivfeuerwerks

Auch bei der 6:1-Gala gegen Eintracht Frankfurt eroberte er die zweitmeisten Bälle nach Dayot Upamecano, obwohl er bereits nach 57 Minuten für Neuzugang Gravenberch Platz machte. Zudem strahlte der Mittelfeldspieler eine unheimliche Ballsicherheit aus, brachte 93 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler.
In beiden Begegnungen gelangen ihm die meisten erfolgreichen Tacklings aller Feldspieler.
Auch der frühere Nationalspieler Dietmar Hamann, der den Österreicher in der abgelaufenen Saison scharf kritisiert hatte, schwärmte bei "Sky": "Was Sabitzer bisher gezeigt hat: Hut ab! Er war in Leipzig der beste Mann und hat in Frankfurt toll gespielt."
Im Scheinwerferlicht des Offensivspektakels sonnten sich zuletzt allen voran Star-Neuzugang Sadio Mané, Jamal Musiala, Serge Gnabry oder Thomas Müller. Möglich machten das aber nicht zuletzt die beiden Stabilisatoren Kimmich und Sabitzer.
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Joshua Kimmich gilt wie Kapitän Manuel Neuer als Fürsprecher von Marcel Sabitzer

Fotocredit: Imago

Zittern vor Sabitzer

Sportvorstand Hasan Salihamidzic deutete auch deshalb vor dem Saisonauftakt im Deutsche Bank Park an, auf dem Transfermarkt nicht mehr aktiv werden zu müssen: "Wir sind gut besetzt, da würde ich es auch jetzt stehen lassen."
Bitter insbesondere für Laimer, der nach "AZ"-Informationen nun erst einmal weiter in Leipzig bleiben wird. Zumindest bis sein Vertrag im kommenden Sommer ausläuft.
Und auch Nationalspieler Goretzka, der noch bis Ende September ausfallen könnte, wird sich nach seiner Rückkehr ob der unerwarteten Konkurrenz strecken müssen. Nicht etwa wegen Neuzugang Gravenberch, sondern wegen Sabitzer.
Ein Jahr nach seinem Wechsel nach München scheint Sabitzer bei seinem Herzensklub angekommen zu sein. Der Gewinner des Saisonstarts ist er zweifellos.
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"Wird auch anders": Nagelsmann über Auftakt ohne Lewandowski

Quelle: Perform

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