Australian Open 2025: Alexander Zverev gegen Novak Djokovic - der große Power-Check vor dem Hartplatz-Halbfinale

Alexander Zverev gegen Novak Djokovic, die deutsche Nummer eins gegen den Grand-Slam-Rekordchampion: Am Freitag entscheidet sich, wer das erste Finalticket der diesjährigen Australian Open löst. Was spricht für den Hamburger - und was für den "Djoker"? Vor dem prestigeträchtigen Duell in der Rod Laver Arena von Melbourne wirft Eurosport einen Blick auf fünf vielleicht spielentscheidende Punkte.

Mischa Zverev warnt vor Djokovic: "Kompletterer Spieler als vor 15 Jahren"

Quelle: Eurosport

8:4 - die ATP-Bilanz im Duell gegeneinander spricht klar für Djokovic.
Zwar setzte sich Zverev unter anderem im Halbfinale der Olympischen Spiele in Tokio gegen den Serben durch und feierte mit der Goldmedaille wenig später seinen wohl größten Karriereerfolg. Doch bei den Grand Slams war der 37-Jährige für den Deutschen bislang stets die Endstation.
Ob bei den French Open 2019 (Viertelfinale), den Australian Open 2021 (Viertelfinale) oder den US Open (Halbfinale) im selben Jahr - auf höchster ATP-Bühne reichte es für Zverev gegen den "Djoker" bislang noch nicht.
Im vierten Grand-Slam-Anlauf allerdings soll es am Freitag (ab 4:30 Uhr live bei Eurosport) für den Weltranglistenzweiten endlich klappen. Auf was es dabei unter anderem ankommt? Aufschlag, Return, Mentalität, Fitness - und (vielleicht) auch die Fan-Gunst.
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Der Showdown zwischen Novak Djokovic und Alexander Zverev steht bevor.

Fotocredit: Getty Images

1.) Aufschlag

Für die Eurosport-Experten Mats Wilander und John McEnroe ist es Zverevs "größte Waffe": sein Aufschlag. Nach dem souveränen Auftaktsieg in drei Sätzen gegen Lucas Pouille lobten beide den 27-Jährigen für seine Paradedisziplin. "Der Aufschlag ist unglaublich, er hat wieder großartig serviert", sagte Wilander zu Beginn der Australian Open.
Zwar zeigte Zverev im Viertelfinale gegen Tommy Paul leichte Schwächen, wie Deutschlands Tennis-Legende Boris Becker analysierte. Sein Aufschlag sei "etwas ungenau" gewesen, der Hamburger habe "zu sehr in die Mitte serviert". Wie dem auch sei - Zverev gewann schließlich in vier Sätzen.
59 Asse schlug Zverev bislang im Turnierverlauf, 71 Prozent seiner ersten Aufschläge saßen, bei einem Tempo von bis zu 222 km/h. Doch auch Djokovics Serve ist bekanntlich nicht von schlechten Eltern. Beim Routinier steht sogar ein Ass mehr zu Buche.
Djokovic serviere "unglaublich präzise", so Eurosport-Expertin und Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner. Zwar seien diese "nicht 220, 230 km/h schnell, aber im Schnitt bei über 190 km/h. Auch mit dem zweiten Aufschlag macht er sich kaum angreifbar - und er spielt den Ball auch nach dem Aufschlag so gut."
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Die Aufschläge von Alexander Zverev sind eine "Waffe".

Fotocredit: Getty Images

2.) Return

Zverevs Aufschläge kommen also härter, doch wie schaut es bei den Returns aus? Schließlich gilt Djokovic als bester Return-Spieler der Welt - und auch bei den Australian Open 2025 kann sich der serbische Superstar auf diese Fähigkeit verlassen.
Die "Djoker"-Bilanz nach fünf Matches: 106 gewonnene First-Serve-Returns (Platz fünf) und 100 erfolgreiche Second-Serve-Returns (Rang zwei).
Bei den zweiten Aufschlägen läuft Djokovic seinem Halbfinalgegner Zverev (81 - Platz zehn) damit den Rang deutlich ab - bei den gewonnenen First-Serve-Returns hat aber der Deutsche die Nase vorn. 108 Punkte bedeuten Rang drei, nur Carlos Alcaraz (123) und Tommy Paul (144) waren besser.

3.) Mentalität

"Die größte Qualität, die er hat, ist, dass er ein Straßenkämpfer ist. Wenn es richtig schmutzig wird, wenn er anfängt zu bluten, wenn er eine Verletzung hat, wenn die Zuschauer gegen ihn sind, ist er am besten."
Den Worten, die Becker auf Eurosport für Djokovic fand, ist wenig hinzuzufügen. Sie beschreiben genau das, was der Serbe ist: ein Mentalitätsmonster.
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Becker über Djokovic: "Er ist am besten, wenn es schmutzig wird"

Quelle: Eurosport

Dass der "Djoker" in seinem Palmarès 24 Grand-Slam-Titel aufweist, dass er sich zum Rekordchampion hochboxte, hängt auch mit seiner Resilienz zusammen. Im epischen Kopf-an-Rennen mit Roger Federer und Rafael Nadal galt der Serbe für viele Fans schließlich lange eher als "Partycrasher".
Und Zverev? Wartet nach wie vor auf seinen ersten Grand-Slam-Titel. "In der Klasse, in der Zverev spielt, hast du immer deine Chance. Dann musst du entscheidungsfreudig und überzeugt von der eigenen Stärke sein", betonte Becker mit Blick auf den aktuell besten deutschen Tennisprofi.
In der Vergangenheit jedoch habe es oft ausgesehen, "als würde er zweifeln und sich das nicht zutrauen. Er stand einige Male im Grand-Slam-Halbfinale und -Finale. Für mich hat da die Entscheidungsfreudigkeit gefehlt in diesen Momenten."
Auf dem Hartplatz von Melbourne möchte Zverev es nun allen Kritikerinnen und Kritikern beweisen. Die Mentalität des 27-Jährigen jedenfalls stimmt bisher.

4.) Fitness

In Sachen Fitness scheint das Momentum auf Zverevs Seite zu sein, denn Djokovics Gesundheitszustand gibt vor dem Showdown weiter Rätsel auf.
Nachdem der Weltranglistensiebte im Viertelfinale mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, eine Behandlungspause und Schmerzmittel benötigte, zeigte er sich anschließend "ehrlich besorgt". Sein für Donnerstag angesetztes Training nahm Djokovic nicht wahr. Ob er unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainierte, blieb unklar.
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Wie fit ist Djokovic wirklich? Mischa Zverev gibt Einschätzung ab

Quelle: Eurosport

"Die Frage ist für mich: Wie fit ist er noch?", sagte Becker bei Eurosport und sprach damit sicherlich die Gedanken vieler aus: "Er hat sich in die Form gespielt, er hatte eine schwierige Auslosung (…). Ich hätte mir schon vorstellen können, dass er früher verliert. Jetzt ist er aber wieder in Form. Wenn er mit dem Rücken zur Wand steht, spielt er am besten."
Anders als Djokovic wirkt Zverev beim ersten Tennis-Highlight des Jahres topfit. Die Lungen- und Kniebeschwerden der Vorsaison scheinen auskuriert, mit seiner 2022 öffentlich gemachten Diabeteserkrankung geht er ohnehin sportlich routiniert um. Und auch die Bizepsverletzung, die er sich im Vorfeld des Turniers zugezogen hatte, bereitet ihm offensichtlich keine Probleme mehr.

5.) Fan-Gunst

Die Beziehung zu den Fans - ein Punkt, der schon oben bei Djokovics Mentalität zur Sprache kam. Auch bei diesen Australian Open musste der Serbe bereits Buhrufe des Publikums über sich ergehen lassen.
Nach seinem Achtelfinalsieg hatte er ein On-Court-Interview mit Jim Courier verweigert. Der Grund dafür, so wurde später ersichtlich, schien aber nachvollziehbar. Über den TV-Sender "Channel 9", für den Courier arbeitet, ist Djokovic verärgert. Denn dieser hätte sich über ihn und die serbischen Fans lustig gemacht.
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Djokovic verweigert On-Court-Interview - und erntet Buhrufe

Quelle: Eurosport

Und Zverev? Der scheint mehr und mehr zum Publikumsliebling der australischen Zuschauerinnen und Zuschauer geworden zu sein. In lockeren Interviews - sei es mit Andrea Petkovic, sei es bei Fragen zu seiner Partnerin Sophia Thomalla - sorgte der Deutsche immer wieder für Lacher.
Im Halbfinale könnte die Fan-Gunst ein Vorteil für Zverev sein. Doch daraus könnte Djokovic mal wieder seine gewohnte Stärke ziehen.
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Zverev scherzt im On-Court-Interview: "Was machst du mit mir?"

Quelle: Eurosport


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