FC Bayern, City, PSG, Barça & Co.: Der große Champions-League-Check
Die Champions League meldet sich mit der Viertelfinal-Auslosung (Freitag, 12:00 Uhr im kostenlosen Livestream bei Eurosport.de) aus der Corona-Pause zurück. Während manche Favoriten vor dem Final-8-Turnier im August noch nach ihrer Form suchen, kristallisieren sich schon jetzt heiße Anwärter auf Europas Krone heraus. Eurosport.de nimmt die verbliebenen Teams genauer unter die Lupe.
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Am Freitag (12:00 Uhr im Livestream bei Eurosport.de) werden sowohl die Paarungen für das Champions-League-Viertelfinale als auch für die Vorschlussrunde ausgelost. Eurosport.de nimmt bereits vorab die verbliebenen Teams und möglichen Gegner von RB Leipzig und wahrscheinlich auch des FC Bayern München genau unter die Lupe.
Diese Teams sind schon im Viertelfinale:
Atalanta Bergamo
Sechs Spiel, sechs Siege. Das Überraschungsteam der Königsklasse glänzt auch in der Serie A seit dem Restart mit einer blütenweißen Weste und ist damit auf dem besten Weg, sich für die kommende Champions-League-Saison zu qualifizieren.
Das Team um den deutschen Linksverteidiger Robin Gosens ist perfekt eingespielt und könnte daher zu einem unangenehmen Gegner im Viertelfinale werden. Der 26-Jährige selbst sieht für die Lombarden einen weiteren Pluspunkt im Kampf um Europas Krone:
"Für uns als Außenseiter ist es natürlich ein Vorteil, dass nur ein Spiel über das Weiterkommen entscheidet. Da können wir immer für eine Überraschung sorgen. Wir müssen uns aber ohnehin vor keiner Mannschaft verstecken. Wir sind nicht ins Viertelfinale gekommen, um da glanzlos auszuscheiden", schickte Gosens in der "Bild" vor der Auslosung des Final-8-Turniers schon mal eine Kampfansage an die Konkurrenz hinaus.
Paris Saint-Germain
Der französische Meister ist die große Unbekannte aller verbliebenen Teilnehmer. Schließlich brach die Ligue 1 als einzige Topliga in Europa nach Ausbruch der Corona-Pandemie ihre Spielzeit vorzeitig ab.
Das letzte Pflichtspiel von Paris, das erst in dieser Woche mit einem Testspiel wieder in den Spielbetrieb einsteigt, datiert daher vom 11. März, als sich die Mannschaft von Thomas Tuchel mit einem 2:0-Sieg im Rückspiel gegen Borussia Dortmund das Ticket für das Viertelfinale in der Champions League sicherte.
Fußball-Experte Vincent Bregevin von Eurosport in Paris sieht in der langen Wettkampfpause nicht zwingend einen Nachteil für den Hauptstadtklub:
"Es steht ein großes Fragezeichen hinter der Form von PSG, da sie in den vergangenen fünf Monaten vor dem Viertelfinale lediglich zwei offizielle Spiele bestritten haben. Andererseits könnte sich genau diese Frische im weiteren Verlauf als Vorteil erweisen. Außerdem können sie in einer Partie, in der alles auf dem Spiel steht, jeder Mannschaft gefährlich werden."
Der Topfavorit auf den Champions-League-Titel ist für den Experten aber ein anderes Team. "PSG ist trotz allem kein Titel-Kandidat. In Frankreich wird der FC Bayern als der größte Anwärter auf den Gewinn der Champions League angesehen."
RB Leipzig
Dem Bundesliga-Herbstmeister ging im Verlauf der Rückrunde etwas die Puste aus. Obwohl das Team von Julian Nagelsmann seit dem Restart nur ein Spiel verlor (0:2 gegen den BVB), zeigten sich die Sachsen speziell gegen vermeintlich kleine Gegner zu unkonstant und entwickelten einen regelrechten Heim-Komplex (kein Sieg in der Red-Bull-Arena seit dem Neustart).
Darüber hinaus haben sich die Chancen auf einen Sensationscoup in der Königsklasse aufgrund des Viertelfinal-Verzichts von Top-Torjäger Timo Werner deutlich verschlechtert. Der Nationalstürmer steht seit dem 1. Juli beim FC Chelsea unter Vertrag.
Trotzdem sieht RB-Stürmer Yussuf Poulsen sein Team auch aufgrund des neuen Turnierformats keineswegs chancenlos. "Wir sind unter den letzten Acht. Als Underdog ist es leichter, drei Spiele zu gewinnen als fünf. Deswegen haben wir durch die neue Turnierform bessere Möglichkeiten", sagte der 26-Jährige in der "Bild".
In der Tat ist das Blitzturnier gerade für Außenseiter wie Leipzig eine Möglichkeit, in einem Spiel alles in die Wegschale zu werfen und den arrivierten Teams einen Strich durch die Rechnung zu machen.
Atlético Madrid
Die Rojiblancos sorgten mit ihrem dramatischen Sieg im Achtelfinal-Rückspiel an der Anfield Road (3:2 nach Verlängerung), der Heimstätte des amtierenden Titelträgers FC Liverpool, für die wohl größte Überraschung der laufenden Champions-League-Saison.
Die Mannschaft von Diego Simeone bleibt aber trotz des Überraschungserfolgs gegen die Reds eine Wundertüte. Atlético ist seit dem La-Liga-Neustart zwar noch ungeschlagen (Fünf Siege, drei Remis), jedoch erlaubte sich der Hauptstadtklub in der Vergangenheit immer wieder Aussetzter, wie zuletzt beim Remis gegen Abstiegskandidat Celta Vigo (1:1).
Trotzdem dürfte dem Vernehmen nach jeder Viertelfinalist auf ein Duell mit Atlético und ihrem ausgeklügelten Defensiv-Konzept verzichten wollen.
Auch der FC Bayern musste bereits in der jüngeren Vergangenheit äußerst schlechte Erfahrungen mit den Rojiblancos (Halbfinal-Aus 2015/16) machen.
Obwohl Atlético sicherlich nicht zu den Favoriten auf den Titel zählt, könnten sie dem ein oder anderen Favoriten durchaus ein Bein stellen. Wer daran zweifelt, kann gerne bei Jürgen Klopp nachfragen.
Diese Achtelfinal-Rückspiele stehen noch aus:
FC Bayern - FC Chelsea
Hinspiel: 3:0 für den FC Bayern
Der FC Bayern marschierte in den vergangenen Wochen und Monaten unaufhaltsam von Erfolg zu Erfolg.
Elf Siege in Serie nach dem Restart bescherten dem Rekordmeister nicht nur den insgesamt 30. Meistertitel in der Bundesliga, sondern oben drein auch noch den Gewinn des DFB-Pokals. Die Münchener zählen folgerichtig auch in der Königsklasse zum Kreis der absoluten Top-Favoriten.
Einziges Manko könnte nach dem erfolgreichen Abschluss auf nationaler Ebene jedoch die rund einmonatige Spielpause werden, in der es für den FCB gilt, die Spannung im Hinblick auf den Saisonhöhepunkt hochzuhalten.
"Wir haben noch einen dritten Pokal, in dem wir noch vertreten sind und natürlich auch große Ziele haben", erklärte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge und betonte:
"Alle, die 2013 schon dabei waren, wissen, dass es ein langer und schwieriger Weg ist. Aber wenn ich euch in den letzten Wochen und Monaten so beobachtet habe, ist es ein Weg, der möglich ist."
Der erste Prüfstein in der Königsklasse ist der FC Chelsea, den der deutsche Meister im Hinspiel auswärts souverän mit 3:0 bezwang.
Bei den Blues herrscht nach fünf Siegen aus den vergangenen sechs Partie jedoch eine regelrechte Aufbruchstimmung, weshalb das Team von Frank Lampard trotz der komfortablen Ausgangssituation keineswegs unterschätzt werden darf.
Letztlich könnte sich aber sowohl die Qualität des FC Bayern als auch die Hypothek aus dem Hinspiel als eine zu große Bürde erweisen.
Manchester City - Real Madrid
Hinspiel: 2:1 für Manchester City
Die Auftritte von City nach der Premier-League-Fortsetzung gleichen bislang einer Achterbahnfahrt. So wechseln sich teils berauschende Auftritte wie beim 4:0-Sieg gegen Liverpool, mit eher biederen Vorstellungen (1:2 gegen Chelsea, 0:1 gegen Southampton) ab.
Während die Offensivreihe um Kevin De Bruyne, Raheem Sterling und Co. zu den besten Europas gehört, bleibt die Defensive weiterhin das Sorgenkind von Pep Guardiola.
Trotzdem rechnet ausgerechnet Liverpools Teammanager Klopp den Citizens in der Champions League gute Chancen aus. "Für mich sind die beiden großen Titel-Anwärter, die noch im Turnier sind, Bayern und ManCity", sagte er im Interview mit der "Daily Mail".
Auf dem Weg zum Titel müssen die Skyblues allerdings erst Real Madrid aus dem Weg räumen, die immer mehr zum großen Profiteur der Coronapause avancieren.
So wurde aus einem Rückstand von zwei Punkten in der heimischen La Liga auf den FC Barcelona nach sieben Siegen in Serie zwischenzeitlich sogar ein Vier-Punkte-Polster an der Tabellenspitze.
Als Erfolgsgarant erwies sich insbesondere die starke Defensive um Abwehrchef Sergio Ramos, die seit dem Restart lediglich drei Gegentreffer zuließ.
Fußball-Experte Marcus Foley von Eurosport in London rechnet dennoch damit, dass sich City im Duell der beiden Schwergewichte durchsetzt:
"Dies könnte für ein paar Jahre die letzte Chance von ManCity sein, die Champions League zu gewinnen und die Chancen dafür sind durchaus realistisch. Sie haben neben Bayern und PSG den besten Kader in Europa."
Juventus Turin - Olympique Lyon
Hinspiel: 1:0 für Olympique Lyon
Juventus marschiert in der Serie A unaufhaltsam dem neunten Scudetto in Serie entgegen. Nach zuletzt vier Siegen am Stück folgte jedoch der Dämpfer im Gastspiel beim AC Mailand (2:4).
Auch in der Königsklasse müssen die Binaconeri erst einmal die 0:1-Pleite aus dem Hinspiel in Lyon wettmachen, um von Höherem träumen zu können.
Neben dem Faktor Cristiano Ronaldo, dem CL-Top-Torjäger in der K.o.-Runde (65 Tore) für den ein etwaiges Turnier wie gemalt scheint, hat der italienische Serienmeister den Vorteil, dass Olympique Lyon seit Anfang März pausierte und somit keinerlei Spielpraxis vorweisen kann.
Letztlich könnte sich die rund fünfmonatige Wettkampfpause für Lyon als zu lange erweisen, um sich für das Viertelfinale zu qualifizieren.
Eurosport-Experte Bregevin möchte den Underdog allerdings noch nicht komplett abschreiben: "Juve hat viel mehr Erfahrung in der Champions League und wird sicherlich besser als Lyon auf dieses Spiel vorbereitet sein. Von allen verbliebenen Teams ist Lyon auf dem Papier wohl das leichteste Los. Das macht sie aber tatsächlich sehr gefährlich, da sie sich in der Rolle des Herausforderers pudelwohl fühlen."
FC Barcelona - SSC Neapel
Hinspiel: 1:1
Das letzte Ticket für das Final-8-Turnier wird im Duell zwischen dem spanischen Meister und dem Serie-A-Vertreter vergeben.
Dabei bekleckerten sich beide Teams in den vergangenen Wochen alles andere als mit Ruhm. Während Barça nach Patzern gegen Sevilla (0:0), Atlético (2:2) und Celta Vigo (2:2) die Tabellenführung an Real abgeben musste, wird Napoli aller Voraussicht nach die Teilnahme an der Champions League im kommenden Jahr gänzlich verpassen.
Immerhin zeigte die Mannschaft von Gennaro Gattuso mit vier Siegen aus den vergangenen fünf Partien zuletzt aufsteigende Form.
Bei den Katalanen wird es im Achtelfinal-Rückspiel einmal mehr auf Superstar Lionel Messi ankommen. Im Vergleich zum Remis im Hinspiel kann Barça zusätzlich wieder auf Torjäger Luis Suárez zurückgreifen.
So spricht nicht zuletzt auch das erzielte Auswärtstor in Neapel für ein Weiterkommen des FC Barcelona.
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